Ein Hollywood-Regisseur, der einst Millionenprojekte leitete, wird nun des groß angelegten Betrugs beschuldigt. Carl Rinsch, bekannt durch den Film 47 Ronin, soll Millionen von Netflix für einen luxuriösen Lebensstil missbraucht haben. Ihm droht eine lange Gefängnisstrafe.
Regisseur verzockte Millionen von Netflix
Der amerikanische Filmemacher Carl Rinsch wurde von einer Bundesjury in Manhattan schuldig gesprochen wegen Betrugs und Geldwäsche. Laut Staatsanwaltschaft verwendete er 11 Millionen Dollar von Netflix, die für die Produktion der Science-Fiction-Serie White Horse bestimmt waren, um Schulden zu begleichen, in Kryptowährungen zu spekulieren und teure Waren zu kaufen.
Rinsch erlangte Bekanntheit durch 47 Ronin aus dem Jahr 2013, einen Film mit Keanu Reeves, der trotz eines Budgets von 175 Millionen Dollar floppte. Er galt einst als Protegé des Top-Regisseurs Ridley Scott.
White Horse, später in Conquest umbenannt, sollte eine ambitionierte Serie über künstliche Lebensformen werden. Diese sogenannten ‚Organic Intelligent‘ sollten weltweit humanitäre Hilfe leisten. Stattdessen geriet das Projekt völlig aus den Fugen.
Millionen für Möbel, Krypto und Rolls-Royces
Anstatt die Serie zu Ende zu bringen, gab Rinsch das Geld für Luxusgüter aus. Er kaufte unter anderem mehrere Rolls-Royces, teure Möbel und eine handgefertigte schwedische Matratze im Wert von 439.000 Dollar. Außerdem spekulierte er mit Kryptowährungen und Aktien, was zu erheblichen Verlusten führte.
Ein bemerkenswertes Detail: Er versicherte die Autos auf seinen eigenen Namen und nicht auf den der Produktionsfirma.
Strafe droht nach Millionenbetrug
Netflix investierte insgesamt 55 Millionen Dollar in das Projekt, darunter weitere 11 Millionen im Jahr 2020, um die erste Staffel abzuschließen. Doch 2021 zog das Unternehmen den Stecker.
Rinsch behauptete, das Geld sei gedacht gewesen, um von ihm vorgestreckte Kosten zu decken. Seine Anwälte führten an, dass er während des Betrugs in einem psychotischen Zustand gewesen sei. Sein Verhalten sei zudem auf Autismus zurückzuführen.
Die Jury war nicht überzeugt und fällte innerhalb von fünf Stunden ein einstimmiges Urteil: schuldig in allen sieben Anklagepunkten. Die Höchststrafe beträgt 90 Jahre Gefängnis. Das endgültige Urteil wird am 17. April 2026 verkündet.
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