Zwei Buchstaben. Manchmal ist das alles, was nötig ist, um den Kryptomarkt in Aufruhr zu versetzen. Genau das geschah am Dienstagabend, als eine kurze Nachricht von Sam Bankman-Fried aus dem Gefängnis auftauchte und sofort für Aufregung, Fragen und einen explosiven Preisanstieg des berüchtigten FTT-Tokens sorgte.
SBFs Nachricht sorgt für Kursfeuerwerk
Auf dem offiziellen X-Account des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried, besser bekannt als SBF, erschien die einfache Nachricht „gm“, eine gängige Abkürzung für „good morning“. Sie löste sofort einen Sturm an Reaktionen aus, da Gefangene in den Vereinigten Staaten grundsätzlich keinen Zugang zu sozialen Medien haben.
Kurz nach der Veröffentlichung wurde klar, dass die Nachricht nicht von SBF selbst gesendet wurde, sondern von einem Freund in seinem Namen veröffentlicht wurde.
Dennoch war die Nachricht ausreichend, um ein Feuerwerk auf dem Kryptomarkt zu entfachen. Der FTT-Token, einst das Herzstück der mittlerweile bankrotten FTX-Börse, stieg um etwa 42 Prozent in nur 20 Minuten. Der Kurs erreichte einen Höchstwert von 1,15 Dollar, während das Handelsvolumen innerhalb von 24 Stunden nahezu vervierfachte: von etwa 10,4 Millionen auf 59 Millionen Dollar.

Der FTT-Token ist jedoch weit von seiner ursprünglichen Bewertung entfernt. Trotz der jüngsten Erholung liegt die Münze immer noch fast 99 Prozent unter ihrem Höchststand.
Vom Top-Markt zum Niedergang
Sam Bankman-Fried verbüßt mittlerweile eine 25-jährige Haftstrafe wegen Betrug und Verschwörung. Er wurde in einem der größten Betrugsfälle in der amerikanischen Geschichte verurteilt, nachdem er über seine Kryptobörse Kundengelder missbraucht und Milliarden vernichtet hatte.
FTX war einst eine der größten Kryptobörsen weltweit. Im November 2022 kam jedoch ans Licht, dass die Börse in großem Umfang Kundengelder missbraucht hatte. Milliarden Dollar wurden über das Schwesterunternehmen Alameda Research für riskante Investitionen, politische Spenden und persönliche Ausgaben eingesetzt.
Als dies bekannt wurde und Kunden massenhaft ihr Geld abziehen wollten, stellte sich heraus, dass FTX diese Mittel nicht mehr vollständig decken konnte. Innerhalb weniger Tage schwand das Vertrauen, die Börse ging bankrott und Milliarden an Kundengeldern verpufften.
Inzwischen kämpft Sam Bankman-Fried gegen seine Verurteilung und legt Berufung gegen seine 25-jährige Haftstrafe ein. Das U.S. Court of Appeals for the Second Circuit verhandelt den Fall am 4. November 2025, wobei seine Anwälte argumentieren, dass der erste Prozess „grundlegend fehlerhaft“ war. Das Ergebnis könnte von einer Bestätigung der Strafe bis zu einem neuen Prozess reichen, obwohl juristische Experten die Chancen auf eine Strafminderung als gering einschätzen.
Kunden warten noch immer auf Rückzahlungen
Jahre nach dem Fall warten einige Gläubiger immer noch auf ihr Geld. FTX startet am 30. September mit der dritten großen Auszahlungsrunde seit dem Zusammenbruch im November 2022. Insgesamt werden in dieser Runde 1,6 Milliarden Dollar an Gläubiger zurückgezahlt. Nach dieser Runde erreichen amerikanische Kunden eine Rückgewinnung von 95 Prozent und internationale Kunden von 78 Prozent.
Gleichzeitig hat FTX Recovery Trust eine Klage eingereicht gegen Genesis Digital Assets (GDA) und deren Gründer. Laut der Klage kaufte SBF Anteile an GDA zu überhöhten Preisen. Mit dieser Klage versucht der Recovery Trust, über 1 Milliarde Dollar zurückzuholen, um Kunden und Gläubiger zu entschädigen.
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