Sam Bankman-Fried, der ehemalige Chef der bankrotten Kryptobörse FTX, legt Berufung gegen seine 25-jährige Gefängnisstrafe ein. Die Berufungsverhandlung ist für November angesetzt und könnte große Auswirkungen auf die rechtlichen Nachwirkungen des FTX-Desasters haben.
Berufung im November
Das U.S. Court of Appeals for the Second Circuit bestätigte, dass die mündliche Verhandlung des Berufungs am 4. November 2025 stattfindet. Es handelt sich um die wichtigste rechtliche Entwicklung seit März 2024, als Bankman-Fried zu 25 Jahren Gefängnis für sieben strafbare Handlungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 verurteilt wurde, bei dem etwa 8 Milliarden Dollar an Kundengeldern verloren gingen.
Seine Anwälte behaupten, dass der erste Prozess „grundlegend mangelhaft“ war und dass ihr Mandant nie eine faire Chance erhielt. Laut der Verteidigung malten die Staatsanwälte ein falsches Bild von den verschwundenen Geldern.
Auch zeigte Bankman-Fried wieder Lebenszeichen auf der Social-Media-Plattform X. Nicht mit einer Nachricht, sondern mit einer Nachricht aus 2023, die ‚gepinnt‘ wurde. In dem Post kritisierte Bankman-Fried den Insolvenzprozess von FTX, der seiner Meinung nach von den Anwälten von Sullivan & Cromwell und dem Insolvenzverwalter John Ray III beeinflusst wurde. Er behauptet, die rechtlichen Kosten seien unnötig hoch und dass Wiederherstellungsversuche absichtlich behindert wurden.
Gnade und Rückzahlungen bleiben Thema
Neben dem rechtlichen Verfahren bleibt auch das politische Umfeld um Bankman-Fried weiterhin im Fokus. Früher in diesem Jahr gab er ein Interview, in dem er Sympathie für republikanische Ansichten zeigte, was Spekulationen nährte, dass er möglicherweise Gnade von Präsident Donald Trump erhalten könnte. Obwohl es dafür keinen konkreten Antrag gibt, bleibt diese Möglichkeit bestehen.
In der Zwischenzeit geht der Rückzahlungsprozess an die Gläubiger weiter. Bis jetzt wurden über 6,5 Milliarden Dollar ausgezahlt, und diesen Monat kommen noch einmal 1,9 Milliarden Dollar hinzu. Dennoch bleibt etwa 1,4 Milliarden Dollar offen, hauptsächlich aufgrund von Vorschriften und Sanktionen.
Die kommende Sitzung am 4. November wird ein entscheidender Moment sein. Für Bankman-Fried, aber auch für die allgemeine FTX-Geschichte. Das Ergebnis des Berufungsverfahrens kann von der Bestätigung der Strafe bis zu einem neuen Prozess reichen. Angesichts der Aussagen ehemaliger FTX-Mitarbeiter wie Caroline Ellison und Gary Wang bleibt die Chance auf eine Strafminderung jedoch begrenzt.
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