Laut Analyst Anthony Pompliano setzt die Trump-Administration bewusst Druck auf die Märkte aus, um die Federal Reserve zu Zinssenkungen zu zwingen. Dies würde die Finanzierung der US-Staatsverschuldung erleichtern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.
Strategie, um Powell in die Enge zu treiben
Anthony Pompliano, Gründer von Professional Capital Management und bekannt aus The Pomp Podcast, behauptet, dass Präsident Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent die Märkte destabilisieren, um Fed-Chef Jerome Powell zu Zinssenkungen zu bewegen. Laut Pompliano will Trump damit die Refinanzierungskosten für die rund 7 Billionen US-Dollar Schulden senken, die die USA in den kommenden Monaten refinanzieren müssen.

Im Januar hielt Powell die Zinssätze trotz Trumps Forderungen nach einer Senkung unverändert bei 4,25 % bis 4,50 %. Seitdem sind die Märkte unruhig, unter anderem durch die Einführung neuer Handelszölle. Pompliano suggeriert, dass diese Unsicherheit strategisch genutzt wird, um den Anleihemarkt attraktiver zu machen und die Renditen auf US-Staatsanleihen zu senken.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist seit Januar bereits von 4,8 % auf 4,21 % gefallen. Laut Pompliano ist dies ein Beweis dafür, dass Trumps angebliche Strategie funktioniert. Niedrigere Zinsen machen Kapital günstiger, was Unternehmen und Verbraucher dazu ermutigen könnte, mehr zu investieren und auszugeben.
In einem Interview mit Fox News am 9. März deutete Trump auf diese Strategie hin: „Niemand wird reich, wenn die Zinsen hoch sind, denn dann kann niemand leihen.“ Pompliano sieht dies als Bestätigung dafür, dass Trump entschlossen ist, Powell unter Druck zu setzen.
Märkte im Minus
Ob Pompliano recht hat oder nicht – die Märkte haben stark gelitten. Der S&P 500 ETF (SPY) fiel am 10. März um 2,66 %, während der Nasdaq-100 sogar 3,8 % verlor. In den letzten vier Wochen sind diese Indizes um 7,32 % bzw. 10,7 % gesunken.
Bitcoin (BTC) wurde noch härter getroffen: Mit einem aktuellen Kurs von 80.249 US-Dollar hat die Kryptowährung in den letzten vier Wochen über 17 % verloren. Seit dem 17. Dezember sind mehr als 1,2 Billionen US-Dollar an Marktwert in der Kryptobranche vernichtet worden.
Sollten die Märkte weiter fallen, wird es ein Machtkampf zwischen Trump und Powell. Die Federal Reserve ist grundsätzlich nicht geneigt, die Zinsen zu senken, solange die Inflation hoch bleibt. Doch eine selbst verursachte Rezession – von manchen bereits spöttisch als „Trumpcession“ bezeichnet – könnte die Zentralbank letztlich doch zu Maßnahmen zwingen.
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