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Paraguay rechnet für 2026 mit Rekordeinnahmen aus dem Bitcoin-Mining, obwohl sich die Zahl der lizenzierten Miner nahezu halbiert hat. Der auffällige Trend erklärt sich durch eine kleinere Zahl deutlich größerer Mining-Unternehmen. Zugleich bereitet sich die Regierung auf eine Zukunft vor, in der günstige Wasserkraft nicht mehr in erster Linie Bitcoin, sondern KI-Rechenzentren zugutekommt.
Paraguay stellt mehr als vier Prozent der weltweiten Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk und zählt damit zu den wichtigsten Mining-Standorten der Welt. Diese Position verdankt das Land vor allem dem großen Angebot günstiger Wasserkraft aus den Kraftwerken Itaipú und Yacyretá.
Der staatliche Energieversorger ANDE erwartet in diesem Jahr rund 350 Millionen Dollar Einnahmen aus dem Stromverkauf an Bitcoin-Miner. Vor zwei Jahren lag der Betrag noch bei etwa 100 Millionen Dollar.
Auffällig ist, dass dieses Umsatzwachstum mit einem deutlichen Rückgang der Zahl der Lizenzinhaber einhergeht. Anfang vergangenen Jahres waren noch 71 legale Mining-Unternehmen aktiv. Inzwischen sind es nur noch 41.
Nach Angaben der Regierung ist das auf deutlich strengere Regeln zurückzuführen. Die Stromtarife wurden erhöht, neue Unternehmen müssen vor dem Anschluss an das Netz Sicherheiten in Millionenhöhe hinterlegen. Für viele kleinere Anbieter rechnet sich das nicht mehr.
Die verbliebenen Unternehmen arbeiten dagegen in deutlich größerem Maßstab. Dadurch steigt der gesamte Stromverbrauch, obwohl die Zahl der Kunden gesunken ist.
Die verbliebenen Miner verfügen zusammen über fast 1.000 Megawatt Kapazität. Der größte Teil davon entfällt auf nur vier Unternehmen.
Nach Einschätzung der paraguayischen Regierung erleichtert diese Konzentration die Aufsicht. In der Vergangenheit waren mehrere kleine Betreiber beim illegalen Abzweigen von Strom ertappt worden. Auch die steuerliche Kontrolle wird verschärft: Gewinne aus digitalen Vermögenswerten müssen künftig angegeben werden, anschließend greift die bestehende Einkommensteuer von zehn Prozent.
Zudem läuft derzeit in Paraguay das erste Strafverfahren mit direktem Bezug zum Bitcoin-Mining. Im Mittelpunkt steht ein Mining-Standort in Villarrica, über den Anwohner wegen Lärmbelästigung geklagt hatten.
Die Regierung blickt dennoch bereits über Bitcoin hinaus. Ende 2027 laufen alle derzeitigen Stromverträge mit Mining-Unternehmen aus. ANDE hat signalisiert, dass diese grundsätzlich nicht automatisch verlängert werden.
Stattdessen will Paraguay den verfügbaren Strom zunehmend für Haushalte, Industrie und KI-Rechenzentren einsetzen. Präsident Santiago Peña hat dazu bereits Gespräche mit Investoren aus Taiwan und den USA geführt.
Nach Einschätzung lokaler Experten ist dieser Wechsel allerdings kein Selbstläufer. KI-Rechenzentren stellen höhere Anforderungen an Stromversorgung, Internetanbindung und Kühlung. In all diesen Bereichen hat Paraguay noch Nachholbedarf.
Vorerst profitiert das Land weiter stark von den Rekordeinnahmen aus dem Bitcoin-Mining. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob KI tatsächlich zur attraktiveren Alternative gegenüber der Milliardenindustrie wird, die sich dank der günstigen Wasserkraft entwickelt hat.
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