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In den sozialen Medien sorgte eine Reihe auffälliger Bitcoin (BTC) Transaktionen von Strategy für Panik unter Anlegern. Binnen Stunden machten Gerüchte die Runde, das Unternehmen habe womöglich Milliarden an BTC abgestoßen. Die Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild, auch wenn unter Experten weiter Verwirrung herrscht.
Das Gerücht über massive Verkäufe kam auf, als mehrere Analysten auffällige On-Chain-Transaktionen bemerkten. Demnach begann Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, große Mengen Bitcoin zu verschieben.
So behauptete X-Nutzer Rekt Fencer, das Unternehmen sei erstmals unter die „1 NAV“ gerutscht – was bedeutet, dass die Bitcoin-Bestände des Unternehmens mehr wert sind als die aktuelle Marktbewertung der Aktie. Außerdem habe das Unternehmen seiner Aussage nach inzwischen 33.000 BTC im Wert von 3,2 Milliarden Dollar verkauft. „Sie dumpen im Minutentakt“, hieß es in dem Post, der schnell große Aufmerksamkeit bekam.
Dennoch ist keineswegs sicher, dass es sich um einen Massenverkauf handelt. Mehrere verlässliche On-Chain-Analysten sprechen von internen Wallet-Verschiebungen – bei großen Unternehmen nichts Ungewöhnliches. So meldete Lookonchain, dass Strategy an einem Tag 58.915 BTC (5,77 Milliarden Dollar) in neue Wallets transferiert habe, vermutlich für Custody- oder Cold-Storage-Zwecke.
Auch der bekannte Analyst Ted Pillows mahnte zur Ruhe: „Viele Influencer verbreiten FUD. Strategy hat keine Milliarde Dollar an BTC verkauft, sie haben die Coins nur verschoben.“ Er fügte hinzu: „Diese Clickbait-Accounts stummschalten.“
Ein weiterer Grund, weshalb es wohl nicht um Verkäufe geht: Strategy ist börsennotiert. Jede signifikante Veräußerung von Krypto-Assets muss in öffentlichen Unterlagen bei der Securities and Exchange Commission (SEC) gemeldet werden. Bislang gibt es keine einzige Einreichung, die auf einen Verkauf hindeutet.
Walter Bloomberg verweist zudem auf Arkham-Daten, denen zufolge die Michael Saylor’s Strategy zugeschriebene BTC-Menge von 484.000 auf rund 437.000 BTC gefallen ist – ein Unterschied von etwa 47.000 Bitcoin. Ob dieser Rückgang auf tatsächliche Verkäufe oder interne Verschiebungen zwischen Wallets zurückzuführen ist, ist derzeit unklar.
Bemerkenswert wäre, dass dies den ersten gemeldeten Rückgang seit Juli 2023 bedeuten würde – nach Monaten nahezu kontinuierlichen Bestandsaufbaus.
Kurz nachdem die Gerüchte über mögliche Verkäufe breit in den sozialen Medien kursierten, reagierte Michael Saylor selbst in einem Live-Interview bei CNBC. Er nannte die Berichte „nicht wahr“ und betonte, dass Strategy keine Bitcoin verkauft habe.
Damit scheint die Spekulation über Massenverkäufe vom Tisch. Die On-Chain-Bewegungen, die zuvor für Panik sorgten, stehen demnach nicht im Zusammenhang mit einem Positionsabbau des Unternehmens.
Trotz der Verwirrung bleibt Strategy mit großem Abstand das größte börsennotierte Unternehmen mit einer Bitcoin-Reserve. Laut den aktuellsten Zahlen, die das Unternehmen selbst meldet, besitzt Strategy 641.692 BTC – gut für einen geschätzten Wert von 61,44 Milliarden Dollar bei einem Kurs von knapp 95.000 Dollar. Diese Werte können von On-Chain-Schätzungen von Plattformen wie Arkham abweichen, die Wallets heuristisch zuordnen und daher nicht immer eins zu eins mit offiziellen Unternehmensdaten übereinstimmen.
Strategy kaufte seine BTC zu einem Durchschnittspreis von 74.079 Dollar. Damit liegt das Unternehmen derzeit weiterhin bei einem Buchgewinn von 29,26 Prozent – einer unrealisierten Gewinnsumme von fast 13,9 Milliarden Dollar. Das heißt auch: Bitcoin kann noch deutlich fallen, bevor es für das Unternehmen kritisch wird. Erst bei einem Rückgang um rund 22 Prozent würde das Unternehmen auf dem Papier Verluste ausweisen.
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