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Der Ölpreis vollzog am Montag eine bemerkenswerte Wende. Nachdem der Preis für amerikanisches Öl zu Beginn des Tages über 104 Dollar pro Barrel lag, fiel er später wieder unter die 100-Dollar-Marke. Auslöser für diesen Umschwung war ein neues Signal aus China: Peking scheint die amerikanische Seeblockade rund um den Iran nicht einfach hinzunehmen.

Damit erhält die Situation in der Straße von Hormus plötzlich eine zusätzliche, potenziell viel größere Dimension.

China bringt neues Element ins Spiel

Gerüchten zufolge ließ der chinesische Verteidigungsminister verlauten, dass chinesische Schiffe weiterhin durch die Straße von Hormus fahren werden, basierend auf bestehenden Abkommen mit dem Iran. Das ist bedeutend, da China der größte Abnehmer iranischen Öls ist.

Damit ändert sich die Lage unmittelbar:

  • was als Konflikt zwischen den USA und dem Iran begann;
  • betrifft jetzt auch die Handelsinteressen Chinas;
  • und somit müssen die Ölmärkte neu bewerten, wie effektiv die amerikanische Blockade tatsächlich ist;
  • dies führte zu einer deutlichen Neubewertung des Ölpreises.

Anders ausgedrückt: Der Markt begann zu zweifeln, ob Washington den Ölfluss wirklich langfristig unterbrechen kann, wenn China sich nicht fügt.

Warum der Ölpreis zuerst stieg und dann wieder fiel

Die erste Reaktion auf die gescheiterten Gespräche zwischen den USA und dem Iran war klassisch: Mehr Spannungen bedeuten weniger Vertrauen in Energielieferungen, und so stieg der Ölpreis. Brent legte dabei sogar über 8 Prozent zu und überschritt die 103-Dollar-Marke.

Doch als klar wurde, dass China seine Schifffahrtsverbindungen mit dem Iran weiter respektiert, kippte die Stimmung. Anleger begannen sich zu fragen, ob die Blockade in der Praxis weniger wasserdicht ist als zunächst angenommen.

Dadurch verschwand ein Teil der Risikoprämie wieder aus dem Preis.

Trump setzt neue Frist auf den 27. April

Unterdessen erhöht Donald Trump weiter den Druck. Vom Weißen Haus aus stellte er dem Iran erneut ein Ultimatum von zwei Wochen. Sollte Teheran bis zum 27. April keine Einigung erzielen, warnte er, dass die Situation „nicht angenehm“ sein wird.

Das bedeutet, dass der Markt nun mit zwei Kräften gleichzeitig konfrontiert ist:

  • auf der einen Seite mehr geopolitischen Druck aus Washington;
  • auf der anderen Seite ein China, das die Wirksamkeit dieses Drucks möglicherweise untergräbt.

Markt blickt jetzt vor allem auf China

Die entscheidende Frage für die kommenden Tage ist daher nicht nur, was der Iran tut, sondern vor allem, was China zu riskieren bereit ist. Wenn chinesische Schiffe tatsächlich weiterfahren und die Blockade faktisch testen, könnte das erhebliche Auswirkungen auf den Ölmarkt, die Schifffahrt und letztlich auch auf die breiteren Finanzmärkte haben.

Vorerst scheint der Markt zu signalisieren: Die Blockade ist ernst, aber vielleicht nicht allmächtig. Bitcoin zeigte sich gestern unbeeindruckt vom Konflikt und stieg kräftig an.

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