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Der Ölpreis ist auf das Niveau von vor dem jüngsten Krieg im Nahen Osten zurückgefallen. Brent verbilligte sich den vierten Handelstag in Folge, nachdem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder an Fahrt aufgenommen hat und die USA sowie Iran positive Signale zu ihren Friedensgesprächen sendeten.

Damit ist die gesamte Kriegsprämie aus dem Markt verschwunden. Brent rutschte unter 72,48 US-Dollar je Barrel, den Schlussstand von vor dem Konflikt, während die US-Referenzsorte WTI um 69 US-Dollar handelte. Der Rückgang zeigt, dass Anleger zunehmend weniger mit länger anhaltenden Störungen der globalen Ölversorgung rechnen.

Brent-Ölpreis
Ölpreis fällt auf Vorkriegsniveau zurück

Mehr Ölangebot setzt den Ölpreis unter Druck

Noch vor weniger als zwei Wochen ging der Ölmarkt von einer länger anhaltenden Störung der Lieferungen über die Straße von Hormus aus. Inzwischen ist dieses Szenario nahezu vollständig vom Tisch, und die Stimmung hat sich deutlich gedreht.

Immer mehr Öltanker passieren die strategisch wichtige Meerenge wieder ohne Probleme und schalten ihre Ortungssysteme erneut ein. Gleichzeitig bringen Produzenten aus dem Nahen Osten und Afrika große zusätzliche Mengen auf den Markt, sodass Käufer aus einem breiten Angebot wählen können.

Das wachsende Angebot drückt nicht nur die Terminpreise, sondern setzt auch die Preise für physische Ölladungen unter Druck. Zudem hat sich die Terminstruktur bei Brent in eine sogenannte Contango gedreht. Das bedeutet, dass Futures mit späterem Liefertermin teurer sind als Kontrakte zur sofortigen Lieferung. Händler gehen damit davon aus, dass Öl in den kommenden Wochen reichlich verfügbar bleibt.

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Friedensgespräche dämpfen Sorgen um die Ölversorgung

Der deutliche Rückgang des Ölpreises folgt auf Signale aus Washington und Teheran, wonach die ersten Gespräche über eine mögliche Friedensregelung in konstruktiver Atmosphäre verlaufen. Obwohl beide Länder bei einem endgültigen Abkommen noch weit auseinanderliegen und heikle Themen wie das iranische Atomprogramm weiterhin auf der Agenda stehen, setzt der Markt darauf, dass das Risiko neuer Störungen der Ölexporte gesunken ist.

Hinzu kommt, dass die USA an einer befristeten Ausnahmegenehmigung für iranische Ölladungen arbeiten, die bereits verschifft wurden. Dadurch könnte zusätzliches Öl auf den Weltmarkt gelangen. Versicherungen und Finanzierung bleiben für viele Abnehmer jedoch eine zentrale Hürde.

Ganz verschwunden ist das Risiko dennoch nicht. Iran hat vorgeschlagen, für Schiffe bei der Passage der Straße von Hormus eine Durchfahrtsabgabe einzuführen. Präsident Donald Trump bezeichnete eine solche Maßnahme als inakzeptabel und warnte, sie könne ein endgültiges Abkommen unter Druck setzen.

Analysten verweisen zudem darauf, dass die derzeitige Ruhe am Ölmarkt möglicherweise teilweise durch bestehende Lagerbestände abgefedert wird. So sind die Ölbestände in Cushing, Oklahoma, dem wichtigsten Lagerknotenpunkt für US-Öl, auf rund 19 Millionen Barrel gesunken. Das liegt unter dem Niveau, das üblicherweise als komfortabel gilt. Zieht die Nachfrage an oder kommt es erneut zu Lieferstörungen, könnte der Ölmarkt dadurch schneller unter Druck geraten.

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