Nur 4 Prozent der US-Wähler halten die Kryptoposition eines Politikers für wahlentscheidend. Amerikaner kümmern sich weitaus mehr um Miet- und Benzinpreise als um digitale Coins. Trotzdem pumpt die Krypto-Industrie Hunderte Millionen Dollar nach Washington, um Gesetze zu beeinflussen.
Krypto steht ganz unten auf der Prioritätenliste
Das zeigt eine neue Umfrage von Politico, durchgeführt vom britischen Forschungsinstitut Public First unter 2.035 US-Erwachsenen. Krypto belegt den letzten Platz in den politischen Prioritäten.
Nur 18 Prozent sind der Meinung, dass der Kongress Regeln für den Kryptomarkt aufstellen sollte. Damit liegt das Thema einen Prozentpunkt über der Regulierung großer Banken, aber weit hinter bezahlbarem Wohnraum (49 Prozent) und Schutz vor Finanzbetrug (36 Prozent).
Auch unter Personen, die selbst mit Krypto handeln, bleibt das Interesse gering. Von den 19 Prozent, die jemals Krypto gekauft oder verkauft haben, sagen nur 7 Prozent, dass eine Kandidatenposition schwer wiegt.
Dabei setzt der Kongress gerade einen wichtigen Schritt für den Sektor. Heute stimmt der Senatsausschuss für Bankwesen über den Digital Asset Market Clarity Act ab, der die Spielregeln für den gesamten Kryptomarkt festlegt.
„Für die Industrie ist dies ein großer Schritt nach vorn, weil er den Sektor wirklich in den USA verankert. Aber der Durchschnittsbürger denkt darüber nach, dass der Benzinpreis in Wyoming 4,18 Dollar pro Gallone beträgt.“
So die republikanische Senatorin Cynthia Lummis, die in Washington als „Krypto-Queen“ bekannt ist. „Es ist noch zu neu“, fügte sie hinzu.
Die Kryptolobby lässt sich von der geringen öffentlichen Aufmerksamkeit kaum beeindrucken und investiert massiv in Washington. Bei den Wahlen 2024 steckte der Sektor mehr als 130 Millionen Dollar in Kampagnen, mehr als jede andere Industrie. Für die Zwischenwahlen im November liegt der Betrag bereits bei 320 Millionen Dollar, wie aus Daten der Forscherin Molly White hervorgeht.
Banken schneiden besser ab als Krypto-Plattformen
Das Misstrauen gegenüber Krypto sitzt tief. Nur 27 Prozent unterstützen staatliche Maßnahmen, um Krypto als reguläre Anlageform zu legitimieren, während 31 Prozent dagegen sind. Und 45 Prozent finden, dass Investitionen in Krypto das Risiko einfach nicht wert sind, auch wenn hohe Renditen locken.
Für ihr Erspartes gehen Amerikaner lieber in die vertraute Bankfiliale als auf eine Krypto-Plattform. Nur 9 Prozent vertrauen ihr Geld lieber einer Krypto-Plattform an, während 47 Prozent die Bank wählen. Das ist kaum überraschend, da immer noch viele digitale Coins von Hackern gestohlen werden.
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