Der Markt glaubt kaum noch an einen schnellen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Auf der Prognoseplattform Polymarket wird Trumps Frist für einen Waffenstillstand nur noch eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 3 Prozent eingeräumt.

Das ist bezeichnend, denn Prognosemärkte werden oft als schneller Indikator für das Marktgeschehen angesehen. Und dieser Indikator zeigt aktuell klar: Anleger rechnen nicht mit einer kurzfristigen Einigung. Das spiegelt sich auch im Bitcoin-Kurs wider, der heute erneut schwächelt.
Markt rechnet nicht mit einer Vereinbarung diese Woche
Laut den vorliegenden Daten wurden in diesem Markt bereits über 103 Millionen Dollar Handelsvolumen verarbeitet. Das macht das Ergebnis nicht automatisch korrekt, zeigt jedoch, dass viele Teilnehmer bereit sind, Geld darauf zu setzen, dass Trumps Zeitplan nicht eingehalten wird.
Die Logik des Marktes ist wahrscheinlich folgende:
- Iran lehnte einen vorübergehenden Vorschlag für einen Waffenstillstand ab;
- Teheran fordert kein kurzes Innehalten, sondern ein dauerhaftes und garantiertes Kriegsende;
- Trump hält diese Reaktion für unzureichend und beharrt auf seiner eigenen Frist;
- Händler schließen daraus, dass ein schneller Durchbruch sehr unwahrscheinlich ist.
Erwartungen verschieben sich auf später im Jahr
Auffällig ist, dass der Markt nicht ausschließt, dass es zu einem Waffenstillstand kommt. Nur eben nicht jetzt. Die Wahrscheinlichkeit steigt laut den vorliegenden Zahlen allmählich an, je weiter die Zeit voranschreitet.
So rechnet der Markt ungefähr mit:
- 15 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Waffenstillstand bis zum 15. April;
- 29 Prozent bis Ende April;
- 59 Prozent bis Ende Juni;
- und 76 Prozent bis zum Ende des Jahres.
Mit anderen Worten: Die Erwartung ist vor allem, dass dieser Konflikt länger andauern wird, als Trump öffentlich andeutet.
Auch um Hormuz bleibt das Bild düster
Ein zweiter Markt auf Polymarket zeigt Ähnliches für die Straße von Hormuz. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schiffsverkehr dort bis Ende April wieder normal läuft, wird nur auf 14 Prozent geschätzt.
Das ist wichtig, da der wirtschaftliche Schaden dieses Krieges hauptsächlich über Energie und Logistik entsteht. Solange diese Route nicht wirklich normalisiert wird, bleibt der Druck auf die Ölpreise und damit auf die Weltwirtschaft hoch.
Warum das für Bitcoin und Krypto relevant ist
Für Bitcoin und Krypto ist dies kein unbedeutendes Detail. Wenn der Markt recht behält und sich der Konflikt in die Länge zieht, werden hohe Ölpreise, Inflationsängste und ein risikoscheues Klima wahrscheinlich länger anhalten.
Das bedeutet:
- mehr Druck auf die Risikobereitschaft;
- mehr Unsicherheit auf den Finanzmärkten;
- und weniger Raum für eine schnelle, überzeugende Rally in Krypto.
Die Botschaft von Polymarket ist also klar: Der Markt vertraut Trumps Frist nicht. Mit nur 3 Prozent Erfolgschance erwartet der Markt, dass der heutige Tag ohne echten Durchbruch vergeht.
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