Nach einem erzwungenen Rückzug im Jahr 2022 kehrt Nexo in die Vereinigten Staaten zurück. Das Kryptounternehmen bietet erneut Zinsprodukte, Kredite und Handel an, diesmal jedoch vollständig im Rahmen des US-amerikanischen Aufsichtsrechts.

Nexo nimmt US-amerikanische Anleger ins Visier

Nexo erklärt, dass mittlerweile genügend regulatorische Klarheit besteht, um seine Aktivitäten in den USA wieder aufzunehmen. Die neuen Dienstleistungen stehen sowohl privaten als auch professionellen Anlegern zur Verfügung.

Nach Angaben von Eleonor Genova, Kommunikationsleiterin bei Nexo, umfasst das Angebot unter anderem:

  • Zinsprogramme mit festen und flexiblen Laufzeiten
  • Spot-Handel mit Kryptowährungen
  • Kreditlinien mit Krypto als Sicherheit
  • Ein Treueprogramm für Stammkunden

Für die Handelsinfrastruktur kooperiert Nexo mit Bakkt, einer US-amerikanischen Plattform, die sich auf institutionelle Anleger konzentriert. Zudem werden bestimmte Dienste über einen bei der Securities and Exchange Commission (SEC) registrierten Anlageberater angeboten, um innerhalb der US-amerikanischen Vorschriften zu agieren.

Die US-Aktivitäten werden in Florida angesiedelt. Das Managementteam wird demnächst bekanntgegeben.

Warum verließ Nexo zuvor die USA?

Im Dezember 2022 zog sich Nexo aus den Vereinigten Staaten aufgrund anhaltender rechtlicher Auseinandersetzungen mit Aufsichtsbehörden zurück. Im Mittelpunkt stand das Crypto Earn-Programm, bei dem Nutzer Zinsen auf ihre Kryptowährungen verdienen konnten. Die SEC betrachtete dieses Produkt als nicht registriertes Wertpapier.

Nach einer Einigung über 45 Millionen Dollar mit der SEC und separaten Vereinbarungen mit US-Bundesstaaten wurde das Programm für US-Nutzer eingestellt. Laut Nexo waren frühere Versuche, mit föderalen und staatlichen Regulierungsbehörden zu verhandeln, ergebnislos, was zur Entscheidung führte, den US-Markt zu verlassen.

Neue Kryptogesetze eröffnen Chancen

Die Rückkehr von Nexo fällt mit einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld in den USA zusammen. Das Repräsentantenhaus hat das sogenannte CLARITY Act verabschiedet, das der Krypto-Industrie klare Regeln bieten soll. Im Senat fehlt jedoch noch breite Unterstützung.

Patrick Witt, Berater des Weißen Hauses, forderte kürzlich zu politischer Zusammenarbeit auf, um vor den Wahlen im November die Gesetzgebung abzuschließen. Gleichzeitig finden Gespräche zwischen Banken und Krypto-Unternehmen über Stablecoin-Regeln statt.

Bei einem exklusiven Event im April kündigte Nexo bereits sein Comeback an. Bemerkenswerterweise war Donald Trump Jr. als Redner dabei. Er bezeichnete Kryptowährungen als „die Zukunft des Finanzsystems“.

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