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Unter Trump wurden bereits erhebliche Schritte in Richtung Krypto-Akzeptanz unternommen. Doch der derzeit kursierende Gesetzesentwurf, der Clarity Act, könnte noch weitaus größere Auswirkungen haben. Finanzexperte Keith behauptet, dass dieses Gesetz Krypto zu einem historischen Wachstumsschub verhelfen könnte.
Der Clarity Act wird von YouTuber Keith als ein historischer Wendepunkt für den Kryptosektor beschrieben. Das Gesetz definiert Krypto-Assets auf eine Weise, die mit der Regulierung von Derivaten im Jahr 2000 durch den Commodity Futures Modernization Act (CFMA) vergleichbar ist.
Derivate sind Finanzkontrakte, deren Wert auf etwas anderem basiert, wie Aktien, Rohstoffen oder Bitcoin (BTC). Sie erlauben es, auf Kursbewegungen zu spekulieren, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert kaufen zu müssen. Mit Derivaten kann man auf steigende Preise (long gehen) oder auf fallende Preise (short gehen) setzen.
Der CFMA schaffte weitgehend die Aufsicht über den Handel mit Derivaten ab, was Finanzinstituten freie Hand gab, komplexe Produkte wie Credit Default Swaps zu handeln. Genau diese ‘Swaps’ spielten später eine zentrale Rolle in der Krise von 2008.
Nach der Einführung legte der CFMA die Basis für einen Markt, der von über 100 Billionen auf mehr als 600 Billionen Dollar explodierte. Laut Keith könnte Krypto nun eine ähnliche Wachstumsphase erleben.
Der Kryptosektor operierte jahrelang in einer rechtlichen Grauzone, ohne klare Regeln oder Aufsichtsbehörden. Der Clarity Act bringt hier erstmals Klarheit, definiert deutliche Zuständigkeiten für verschiedene Arten von Krypto-Assets und öffnet den Weg zur Integration mit dem traditionellen Finanzsystem.
Obwohl das Gesetz noch nicht endgültig ist, sieht der aktuelle Entwurf vor, digitale Vermögenswerte in drei Hauptkategorien zu unterteilen. ‘Digitale Commodities’ sind Token mit einer klaren Funktion innerhalb einer Blockchain, wie Zahlungen oder Netzwerkverwaltung, und fallen unter die Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
‘Investment Contract Assets’ sind Token, die bei ihrer Ausgabe als Wertpapier angesehen werden, insbesondere wenn sie mit einem Unternehmen oder einer Investitionsstruktur verbunden sind; diese unterliegen der Aufsicht der Securities and Exchange Commission (SEC), vor allem bei Erstangeboten.
Stablecoins erhalten einen eigenen rechtlichen Status und fallen nicht unter die traditionellen Regeln für Wertpapiere oder Commodities.
Ein wichtiges Element des Gesetzes ist die Einführung des Begriffs ‘reife Blockchain’. Sobald eine Blockchain von der SEC als reif anerkannt wird, darf das zugehörige Token nicht mehr als Wertpapier eingestuft werden. Dies bedeutet, dass viele Tokens von einem Wertpapier zu einer Commodity heranwachsen können.
Das ist eine positive Entwicklung, da Tokens, die als Commodity klassifiziert sind, einer weniger strengen Regulierung unterliegen als Wertpapiere. Das macht sie leichter handelbar, attraktiver für Investoren und zugänglicher für Innovation und Nutzung im Finanzsystem.
Laut Keith sorgt das Gesetz dafür, dass institutionelle Akteure wie Banken und Vermögensverwalter endlich einen klaren rechtlichen Rahmen für die Nutzung von Krypto-Assets erhalten.
Diese Entwicklung könnte zu einem explosiven Kapitalzustrom in den Markt führen. Nicht nur im Handel mit Krypto, sondern auch in Anwendungen wie der Tokenisierung. Hierbei handelt es sich um die Digitalisierung von Vermögenswerten wie Aktien oder Immobilien, die auf der Blockchain gehandelt werden können.
Weitere Anwendungen sind Stablecoins mit Zins und dezentrale Finanzprotokolle (DeFi), die Banken im Hintergrund einsetzen, um ihre Dienstleistungen effizienter und moderner zu gestalten.
Auch DeFi erhält laut dem Gesetz weitreichende Ausnahmen, sofern das Protokoll nachweislich dezentralisiert ist. Das gibt Entwicklern Raum, um zu innovieren, ohne rechtliche Verfolgung befürchten zu müssen.
Der Genius Act wurde bereits genehmigt und im Juli unterzeichnet. Dieses Gesetz legt erstmals klare Regeln für Stablecoins fest. Es definiert, wie diese Münzen ausgegeben, gedeckt und kontrolliert werden müssen, unabhängig von den Regeln für Wertpapiere oder Commodities.
Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Immer mehr Unternehmen innovieren mit Stablecoins. So hat Visa Anfang dieses Monats eine weltweite Beratungsabteilung eingerichtet, um Banken und Unternehmen bei der Strategie, Integration und Nutzung von Stablecoins zu unterstützen.
Auch die amerikanische Einlagensicherungsbehörde FDIC unternimmt Schritte. Im Rahmen der Umsetzung des Genius Act ermöglicht die Aufsichtsbehörde es amerikanischen Banken, eigene Stablecoins herauszugeben. Dies darf über eine separate Tochtergesellschaft und unter strengen Auflagen geschehen.
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