Ein Rechtsstreit zwischen Elon Musk und OpenAI hat in den Vereinigten Staaten offiziell begonnen. In Kalifornien haben die Eröffnungsplädoyers in dem Zivilverfahren zwischen dem Milliardär und dem KI-Unternehmen stattgefunden. Der Einsatz ist enorm, denn es geht um Milliarden Dollar und die Zukunft von OpenAI. Worum geht es in diesem Prozess und was will Musk erreichen?
OpenAI soll ursprüngliche Mission verlassen haben
Musk behauptet, dass OpenAI seine ursprüngliche Mission aufgegeben hat. Das Unternehmen wurde zunächst als gemeinnützige Organisation gegründet, verdient inzwischen aber Milliarden mit kommerziellen KI-Modellen.
Laut Musk sollten Dutzende Milliarden Dollar an Gewinn an den gemeinnützigen Bereich zurückfließen. Diese Einnahmen seien seiner Meinung nach unrechtmäßig.
Sein Anwalt Steven Molo betonte vor der Jury, dass es OpenAI ohne Musk nie gegeben hätte. „Ohne Elon Musk gäbe es kein OpenAI, so einfach ist das.“ Er verwies damit auf eine frühe Investition von 38 Millionen Dollar und Musks Rolle beim Anwerben von Spitzenwissenschaftlern.
Diese Anfangsphase spielt eine wichtige Rolle in dem Verfahren. Laut Musk ist genau das der Grund, warum er sich jetzt gegen das aktuelle Geschäftsmodell von OpenAI stellt.
Noch zwei Vorwürfe in Milliardenstreit
Der Rechtsstreit begann mit 26 Anklagepunkten, mittlerweile konzentriert er sich auf zwei Kernpunkte: Verletzung des gemeinnützigen Vertrauens und ungerechtfertigte Bereicherung.
Musk zufolge hat sich OpenAI von einer gemeinnützigen Forschungsorganisation zu einem kommerziellen Unternehmen entwickelt, entgegen der ursprünglichen Konzeption.
Bemerkenswert ist, dass Musk keine persönliche Schadensersatzforderung erhebt. Etwaige Erlöse sollen seiner Meinung nach dem gemeinnützigen Bereich zukommen. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 134 Milliarden Dollar, bestehend aus Gewinnen der kommerziellen Aktivitäten von OpenAI und Partner Microsoft.
OpenAI wurde 2015 von Musk, Sam Altman und anderen Tech-Unternehmern gegründet. 2018 verließ Musk das Direktorium nach einem Konflikt über die Unternehmensausrichtung und die Entscheidungsgewalt.
OpenAI verteidigt kommerzielle Ausrichtung
Es wird erwartet, dass OpenAI argumentiert, Musk sei bereits über den Wechsel zu einer kommerziellen Struktur informiert gewesen und habe anfänglich keine Einwände dagegen gehabt.
Auch soll Musk versucht haben, OpenAI zu Tesla zu überführen, bevor er das Unternehmen verließ.
Darüber hinaus weist OpenAI auf mögliche Konkurrenzinteressen hin. Musk gründete 2023 sein eigenes KI-Unternehmen xAI, das noch hinter OpenAI zurückliegt. Laut OpenAI könnte xAI profitieren, wenn der Ruf oder die Struktur von OpenAI beschädigt wird.
Die erste Phase des Prozesses soll voraussichtlich bis zum 21. Mai dauern. Sollte die Jury Musk Recht geben, folgt eine zweite Phase, in der das Gericht mögliche Maßnahmen prüft. Musk fordert unter anderem die Rücknahme der Umstrukturierung von 2025 und den Rücktritt von Sam Altman und Greg Brockman von ihren Ämtern.
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