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Der S&P 500 scheint sich nach einer Phase der Unsicherheit auf den Finanzmärkten vorsichtig zu erholen. Laut Analysten von Morgan Stanley sind viele der jüngsten Risiken mittlerweile eingepreist. Dies nährt die Erwartung, dass die Korrektur sich ihrem Ende nähert, trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und Inflationssorgen.
Der amerikanische Aktienindex ist in den letzten Wochen um etwa sieben Prozent von den jüngsten Tiefstständen gestiegen. Damit konnte der S&P 500 wichtige Unterstützungsniveaus halten, was laut Stratege Michael Wilson ein entscheidendes Signal für die Stabilisierung des Marktes ist.
Auffällig ist, dass der Rückgang seit dem Höchststand Anfang des Jahres relativ begrenzt blieb. Der Index fiel um weniger als zehn Prozent, während viele Einzeltitel stärker unter Druck standen. So sind mehr als die Hälfte der Unternehmen im breiteren Markt um zwanzig Prozent oder mehr gefallen.
Laut Morgan Stanley deutet dies darauf hin, dass der Markt Risiken „gezielt und effektiv“ verarbeitet hat. Dazu gehören Sorgen um geopolitische Spannungen im Nahen Osten, aber auch strukturelle Themen wie künstliche Intelligenz und Kreditmärkte.
Ein wesentlicher Grund für den Optimismus sind die Unternehmensgewinne. Analysten erwarten, dass das Gewinnwachstum für die Unternehmen im S&P 500 bei etwa fünfzehn Prozent liegt, mit Aussichten, die auf mehr als zwanzig Prozent im Jahresvergleich steigen.
Diese starken Zahlen sorgen dafür, dass die Marktanpassung weniger heftig ausfällt als befürchtet. Trotz der Spannungen rund um den Iran und Unsicherheiten über die Ölpreise behalten Anleger Vertrauen in die Gewinnentwicklung.
Gleichzeitig warnen Analysten, dass die letzte Phase einer Korrektur selten reibungslos verläuft. Neue Schocks, etwa durch steigende Zinsen oder Unruhe an den Anleihemärkten, können dennoch für zusätzliche Volatilität sorgen.
Morgan Stanley rät Anlegern, sich auf neue Einstiegsmöglichkeiten vorzubereiten. Laut der Bank bieten vorübergehende Rückgänge gerade Chancen, insbesondere in Sektoren, die sensibel auf Wirtschaftswachstum reagieren.
Bevorzugt werden dabei zyklische Aktien, etwa aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Industrie und Konsumsektoren. Auch sogenannte ‚Quality Growth‘-Unternehmen bleiben attraktiv, insbesondere im Technologiesektor, wo die Bewertungen sich abgekühlt haben.
Auffällig ist, dass Energiewerte möglicherweise ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Markt scheint laut den Analysten bereits mit sinkender Nachfrage und steigender Produktion zu rechnen, was den Druck auf die Ölpreise erhöhen könnte.
Obwohl geopolitische Risiken bestehen bleiben, glauben immer mehr große Akteure an der Wall Street, dass der Markt näher an der Erholung ist als an einem erneuten tiefen Einbruch.
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