Der November erwies sich für Krypto-Investmentfonds als alles andere als stabil. Anleger zogen in großem Stil Geld aus den größten Spot-Exchange-Traded Funds (ETFs) ab – es war der schlechteste Monat für die Bitcoin (BTC)-ETFs seit deren Einführung. Bemerkenswert ist jedoch, dass kleinere Krypto-ETFs den Monat mit einem positiven Saldo abschlossen.

Bitcoin-Kurs unter Druck durch Milliardenausflüsse

Die US-Spot-ETFs auf Bitcoin haben ihren bislang schwächsten Monat erlebt. Nach Daten der Blockchain-Analyseplattform SoSo Value zogen Anleger im November insgesamt 3,48 Milliarden US-Dollar aus diesen Fonds ab.

Auffällig waren die enormen Tagesabflüsse innerhalb dieses Monats. Der größte Rückgang wurde am 20. November verzeichnet, als an nur einem Tag mehr als 903 Millionen US-Dollar aus den Bitcoin-ETFs abgezogen wurden.

Parallel dazu geriet der Bitcoin-Kurs stark unter Druck. Der Preis fiel um 17,5 Prozent von 109.600 US-Dollar auf 90.400 US-Dollar. Heute ist die Kryptowährung erneut kräftig eingebrochen und notiert aktuell bei weniger als 87.000 US-Dollar.

Auch Ethereum (ETH) verzeichnete einen historisch schwachen Monat. Die Spot-ETFs auf ETH meldeten Rekordabflüsse in Höhe von 1,42 Milliarden US-Dollar. Der Ethereum-Kurs gab gleichzeitig um 22,2 Prozent nach – von 3.850 US-Dollar auf 3.000 US-Dollar. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Kurs bei 2.840 US-Dollar.

Trotz der jüngsten Abflüsse bleiben die Fonds äußerst profitabel. ETF-Experte Nate Geraci wies auf X darauf hin, dass der Bitcoin-ETF von BlackRock zu den weltweit bestperformenden von mehr als 1.400 ETFs gehört. Das IBIT-Produkt von BlackRock ist aktuell der größte ETF seiner Art und verwaltet Vermögen in Höhe von 70,6 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der zweitgrößte US-BTC-ETF von Fidelity kommt auf 21,35 Milliarden US-Dollar.

Solana- und XRP-ETFs dagegen gefragt

Nicht alle Fonds litten unter Abflüssen. Die neuen Spot-ETFs auf Solana (SOL) entwickelten sich beispielsweise überraschend stark. Seit ihrem Start Ende Oktober verzeichneten die Fonds – bis auf einen einzigen Tag – ausschließlich Nettozuflüsse. Am vergangenen Mittwoch wurde ein Abfluss von 8,2 Millionen US-Dollar gemeldet. Über den gesamten November summierten sich die Zuflüsse auf 419,38 Millionen US-Dollar. Auch die neuen XRP-Spot-ETFs erwiesen sich bei Anlegern als beliebt. Insgesamt flossen im November 666,61 Millionen US-Dollar hinein.

Die Abflusswelle bei den großen Fonds hält Vermögensverwalter nicht davon ab, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Nach den bereits aufgelegten Spot-ETFs unter anderem auf Litecoin (LTC) und Hedera (HBAR) kommt in dieser Woche auch der erste US-Spot-ETF auf Chainlink (LINK) hinzu. Grayscale wandelt dafür seinen bestehenden Chainlink Trust in einen ETF um.

Der Grund für die derzeit zahlreichen und schnellen Zulassungen liegt darin, dass die Securities and Exchange Commission (SEC) im September 2025 generische Notierungsstandards verabschiedet hat. Seither müssen Börsen wie Nasdaq, NYSE Arca und Cboe Global Markets nicht mehr für jeden einzelnen Fonds ein separates Genehmigungsverfahren durchlaufen.

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