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Nach Wochen der Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Rally hat Chipriese Micron Anlegern genau das geliefert, worauf sie gehofft hatten. Das Unternehmen legte am Mittwoch Rekordergebnisse vor und überraschte zugleich mit einem deutlich stärkeren Ausblick auf das kommende Quartal, als Analysten erwartet hatten.
Die Reaktion an der Wall Street ließ kaum Interpretationsspielraum. Die Micron-Aktie legte im nachbörslichen Handel um mehr als neun Prozent zu. Damit sieht der Markt eine zentrale Frage beantwortet, die zuletzt über Technologiewerten schwebte: Ist der KI-Hype noch intakt? Micron spricht klar dafür.
Micron meldete einen Quartalsumsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar – nach 23,9 Milliarden US-Dollar im Vorquartal und nur 9,3 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr. Der Nettogewinn lag bei gut 28 Milliarden US-Dollar und damit um ein Vielfaches über den 1,9 Milliarden US-Dollar, die ein Jahr zuvor verdient wurden.
Vor allem die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren bleibt außergewöhnlich hoch. Der Umsatz der Cloud-Memory-Sparte von Micron stieg auf knapp 13,8 Milliarden US-Dollar; zugleich legten auch die Geschäfte rund um Rechenzentren, Smartphones und PCs deutlich zu.
Laut CEO Sanjay Mehrotra unterstreichen die Zahlen die zunehmend zentrale Rolle von Speicherchips im KI-Zeitalter.
„Unsere Rekordergebnisse und die noch stärkeren Erwartungen für das vierte Quartal spiegeln den strategischen Wert von Speicher im KI-Zeitalter wider“, sagte Mehrotra.
Vielleicht noch wichtiger als die Quartalszahlen selbst war der Ausblick auf das nächste Quartal.
Micron rechnet mit einem Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar und einer Bruttomarge von etwa 86 Prozent. Damit signalisiert das Unternehmen, dass die Nachfrage nach KI-naher Hardware nicht nachlässt, sondern sich weiter beschleunigt.
Genau darauf hatten Anleger in den vergangenen Wochen gewartet.
Die jüngste Korrektur bei KI-Aktien wurde auch durch die Sorge ausgelöst, die massiven Investitionen der Tech-Konzerne in Künstliche Intelligenz könnten überzogen gewesen sein. Schwergewichte wie Nvidia, Broadcom und AMD gerieten dadurch unter Druck.
Die Zahlen von Micron deuten jedoch in die andere Richtung. Unternehmen investieren weiterhin in großem Stil in KI-Infrastruktur – und die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips steigt weiter.
Micron gilt als wichtiger Gradmesser für die KI-Industrie, weil nahezu alle großen KI-Systeme auf fortschrittlichen Speicher angewiesen sind.
Das Unternehmen teilte zudem mit, dass seine neuesten HBM4-Speicherchips inzwischen in großen Stückzahlen an einen wichtigen Kunden ausgeliefert werden. Außerdem haben mehrere Kunden mit der Qualifizierung der neuen Generation von KI-Speicherprodukten begonnen.
Für Anleger ist das ein wichtiges Signal. Wenn Micron mehr Speicher verkauft, deutet das in der Regel darauf hin, dass auch die Nachfrage nach KI-Prozessoren und Rechenzentrumskapazitäten hoch bleibt.
Nach Wochen der Unsicherheit scheint die Wall Street damit eine klare Antwort auf die Frage zu haben, die über dem Markt hing: Die KI-Rally wird vorerst weiterhin von außergewöhnlich starken Fundamentaldaten getragen.
Die Aktie hat in diesem Jahr rund 300 Prozent zugelegt, der Konzern ist inzwischen mehr als eine Billion Dollar wert – getragen von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach KI-Chips.
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