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Michael Burry hat zwei neue Shortpositionen eröffnet. Diesmal nimmt der aus „The Big Short“ bekannte Investor Oracle und das niederländische Unternehmen Nebius ins Visier – zwei Firmen, die eng mit der massiven Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz verbunden sind.

Burry rechnet bei beiden Aktien mit deutlichen Verlusten und warnt seit Längerem davor, dass die aktuelle KI-Rally nicht tragfähig sei. An die Technologie selbst glaubt er zwar, erwartet aber, dass der enorme Investitionsdruck am Ende auch viele Verlierer hervorbringen wird.

Er spricht sogar von künftigen Investitionsruinen: Unternehmen und Rechenzentren, in die Milliarden geflossen sind, für die sich am Ende aber nicht genügend Nachfrage findet.

Burry setzt auf Kursverluste bei Oracle und Nebius

Burry machte seine neuen Positionen am 6. August über Substack öffentlich. Bei Oracle eröffnete er erneut eine Shortposition bei einem Aktienkurs von 144,63 Dollar. Damit profitiert er, wenn die Aktie von diesem Niveau aus fällt.

Auch bei Nebius entschied sich Burry für eine direkte Shortposition, die er bei rund 211,77 Dollar eröffnete. Auf Put-Optionen verzichtete er, weil diese seiner Einschätzung nach außergewöhnlich teuer waren.

Die neuen Positionen passen zu seiner grundsätzlichen Warnung vor dem KI-Sektor. Burry zweifelt nicht zwingend am Potenzial künstlicher Intelligenz, hält Anleger aber für zu optimistisch, wenn es darum geht, wie viele Unternehmen tatsächlich von der gewaltigen Investitionswelle profitieren werden.

Zuletzt warnte er sogar vor einem möglichen Börseneinbruch, der an das Jahr 1987 erinnert. Am Black Monday erlitt Wall Street damals innerhalb eines einzigen Handelstags einen historischen Rückschlag.

Warum Burry ausgerechnet Oracle und Nebius auswählt

Oracle ist tief in den Aufbau neuer KI-Infrastruktur eingebunden. Der Konzern hat umfangreiche Rechenzentrumsvereinbarungen mit OpenAI geschlossen und spielt eine wichtige Rolle im Stargate-Projekt.

Genau darin liegt zugleich ein Risiko. Für den massiven Ausbau seiner Rechenzentrumskapazitäten muss Oracle viel Kapital investieren. Damit wird der Konzern stärker davon abhängig, ob Großkunden wie OpenAI ihre finanziellen Verpflichtungen dauerhaft erfüllen können.

Diese Sorgen kommen nicht aus dem Nichts. Durchgesickerte Finanzzahlen von OpenAI für 2024 und 2025 warfen Fragen zu den enormen Kosten des KI-Unternehmens auf. Zudem senkte S&P Global im Juli die Bonität von Oracle.

Bei Nebius liegt das Risiko anders. Das Unternehmen baut Cloud-Infrastruktur für KI auf und könnte stark profitieren, wenn die Nachfrage nach Rechenleistung weiter steigt. Gleichzeitig schreibt Nebius derzeit noch hohe Verluste.

Für Burry stehen beide Aktien damit exemplarisch für Unternehmen, deren Bewertung stark von der Erwartung abhängt, dass die KI-Investitionswelle noch jahrelang anhält.

Auch Nvidia spielt eine zentrale Rolle

Auffällig ist, dass sowohl Oracle als auch Nebius immer enger mit Nvidia verbunden sind.

Nvidia investierte 2 Milliarden Dollar in Nebius, um den Ausbau der KI-Cloud-Infrastruktur des Unternehmens zu unterstützen. Zugleich soll der Chipkonzern über eine finanzielle Rückendeckung für OpenAI verhandeln, die sich auf bis zu 250 Milliarden Dollar belaufen könnte.

Das verschafft den beteiligten Unternehmen mehr finanziellen Spielraum, sorgt aber auch für neue Kritik. Anleger sorgen sich über sogenannte zirkuläre Finanzierungsstrukturen im KI-Sektor. Dabei investieren Unternehmen ineinander, während sie zugleich gegenseitig Produkte und Dienstleistungen abnehmen.

Wenn die Nachfrage nach KI-Infrastruktur stark weiterwächst, kann diese Verflechtung zum Vorteil werden. Schwächt sich die Investitionswelle jedoch ab, könnten Probleme bei einem großen Akteur schneller auf den Rest der Branche übergreifen.

Genau auf dieses Szenario scheint Burry zu setzen. Mit seinen neuen Shortpositionen spekuliert er darauf, dass sich die enormen Erwartungen an KI am Ende nicht vollständig erfüllen lassen.

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