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Micron steht am Freitag im vorbörslichen Handel erneut unter Druck. Die Aktie verlor fast 5 Prozent, obwohl der Konzern in dieser Woche außergewöhnlich starke Quartalszahlen vorgelegt hatte.
Der Chipkonzern meldete einen Umsatz, der mehr als viermal so hoch ausfiel wie ein Jahr zuvor. Für das laufende Quartal stellt Micron zudem einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar in Aussicht, nach 11,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Dennoch nehmen Anleger Gewinne mit.

Micron profitiert massiv vom KI-Boom. Große Technologiekonzerne bauen mit hohem Tempo Rechenzentren aus und benötigen dafür enorme Mengen an Speicherchips. Die Nachfrage hat zu Engpässen, höheren Preisen und einem sprunghaften Gewinnwachstum bei Micron geführt.
Zu Beginn der Woche war die Aktie deshalb noch um mehr als 15 Prozent gestiegen. In den vergangenen zwölf Monaten hat Micron sogar um mehrere Hundert Prozent zugelegt. Gerade dieser starke Anstieg macht die Aktie jedoch anfällig.
Wenn eine Aktie innerhalb eines Jahres bereits um 863 Prozent gestiegen ist, reichen selbst hervorragende Zahlen nicht immer aus, um neue Käufer anzulocken.
Der Rückgang bei Micron ist kein Einzelfall. Auch andere US-Chipwerte standen unter Druck. Intel, Sandisk, Arm und Marvell gaben allesamt nach. In Europa fielen ASML, Infineon, ASM International, STMicroelectronics und BE Semiconductor. In Asien traf es vor allem SoftBank deutlich.
Das deutet auf eine breitere Verkaufswelle bei KI- und Technologiewerten hin. Anleger sorgen sich zunehmend über die enormen Kosten der KI-Infrastruktur. Rechenzentren, Chips, Speicher, Energie und Kühlung erfordern gewaltige Investitionen.
Die Frage lautet nicht mehr nur, wer von KI profitiert. Zunehmend rückt in den Vordergrund, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Die Knappheit hilft Micron, belastet aber andere Unternehmen. Genau daran zeigt sich, wie komplex die KI-Rally geworden ist.
Für Micron ist die Knappheit bei Speicherchips ein klarer Vorteil. Höhere Preise bedeuten mehr Umsatz und höhere Margen. Für Unternehmen, die Speicher einkaufen müssen, etwa Hersteller von Smartphones, Laptops und Tablets, wird sie dagegen zum Problem.
Wenn Speicher teurer wird, steigen die Produktionskosten. Am Ende müssen diese Kosten an Verbraucher weitergegeben werden, oder sie belasten die Margen. Damit schafft der KI-Boom Gewinner und Verlierer innerhalb desselben Technologiesektors.
Entscheidend ist nun, ob es sich um eine gesunde Korrektur handelt oder um den Beginn einer größeren Trendwende im KI-Trade. Vorerst sieht es vor allem nach Gewinnmitnahmen bei extrem stark gestiegenen Aktien aus. Die strukturelle Nachfrage nach Speicher bleibt robust, und Micron selbst gab einen sehr optimistischen Ausblick.
Der Markt ist jedoch spürbar nervöser geworden. Nach Monaten steigender Kurse achten Anleger wieder stärker auf Bewertungen, Investitionsausgaben und die Tragfähigkeit des KI-Booms.
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