In der Corporate-Welt ist es ein heißes Thema: einen Teil der Rücklagen nutzen, um Bitcoins zu kaufen. Natürlich nicht aus Spaß, sondern als Schutz vor schädlichen wirtschaftlichen Faktoren wie Inflation. Kritiker sehen diese Entwicklung jedoch mit Sorge. Könnte die Dezentralisierung der Digitalwährung dadurch gefährdet sein – und stimmt das wirklich?
Mehr als 4 Millionen Bitcoins in Unternehmenshand
Immer häufiger kaufen Unternehmen Bitcoins für die eigene Reserve – so plante es jüngst etwa Prenetics. Inzwischen gibt es laut BitcoinTreasuries bereits 355 einzigartige Einheiten, die die Digitalwährung halten. Zusammen besitzen diese Akteure inzwischen 4,05 Millionen BTC – im Wert von über 374 Milliarden US-Dollar.

Unternehmen halten laut Bitbo inzwischen rund 6,7 Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands. Zusätzlich entfallen 7,3 Prozent auf Bitcoin-bezogene Exchange-Traded Funds. Und auch wenn man erwarten könnte, dass Bitcoin-Miner viele Bitcoin halten, ist das Gegenteil der Fall: Sie verwalten lediglich 0,5 Prozent des Gesamtbestands.
Ist Bitcoin noch dezentral?
Die Debatte über Unternehmen, die große Mengen Bitcoins aufkaufen und damit die Dezentralisierung untergraben, flammt erneut auf. Man sieht wenige große Akteure mit sehr vielen Bitcoins. Theoretisch könnten diese wenigen Marktteilnehmer den Kurs damit steuern. Doch nicht alle teilen diese Sicht.
Auf der anderen Seite gibt es Analysten, die keine Abnahme der Dezentralisierung erkennen. Natürlich halten die Bitcoin-Fonds viele Tokens und verzeichneten jüngst an einem einzigen Tag eine halbe Milliarde Dollar an Zuflüssen. Doch diese Tokens gehören indirekt weiterhin vielen einzelnen Anlegern, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Trotz der wachsenden Zahl großer Akteure und zentraler Verwahrstrukturen bleibt das Bitcoin-Netzwerk vollständig dezentral.
Die Gefahren großer Bitcoin-Konzentrationen
Der Krypto-Analyst Willy Woo wies auf der Baltic Honeybadger 2025 auf Folgendes hin: Bitcoin könnte einem ähnlichen Pfad wie Gold folgen. 1971 löste der US-Präsident Richard Nixon den Dollar vom Goldstandard. Dadurch endete die Umtauschmöglichkeit von Gold in Dollar, womit der Staat die Kontrolle über das Edelmetall ebenso wie über die Landeswährung zurückerlangen konnte.
Nach Woos Ansicht könnte sich heute eine ähnliche Situation erneut ergeben. Regierungen könnten Bitcoins etwa nationalisieren oder digitalisieren und so Kontrolle ausüben, wenn sich die Bestände zu stark bei großen Akteuren konzentrieren. Umso wichtiger sei es, die Dezentralisierung der Digitalwährung zu wahren.
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