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Der Gesamtmarktwert von Stablecoins hat einen neuen Rekord erreicht. Laut Daten von DeFiLlama stieg dieser Wert Anfang März auf über 313 Milliarden Dollar, das höchste Niveau aller Zeiten.

Normalerweise wird ein solcher Anstieg als positives Signal für den Kryptomarkt gesehen. Stablecoins fungieren nämlich oft als sogenanntes „trockenes Pulver“: Kapital, das schnell eingesetzt werden kann, um beispielsweise Bitcoin (BTC) oder andere Kryptowährungen zu kaufen.
Dennoch zeigt der Kryptomarkt derzeit wenig Anzeichen dafür, dass diese Liquidität tatsächlich in digitale Assets fließt.
Obwohl die Gesamtmenge der Stablecoins wächst, zeigen die Daten, dass der Zufluss zu Börsen begrenzt bleibt.
Laut Analysten sind die Nettoströme zu großen Handelsplattformen seit Anfang 2026 negativ geblieben. Vor allem Binance verzeichnet erhebliche Abflüsse, mit etwa 2 Milliarden Dollar pro Monat. Auch bei Bitfinex gibt es einen kleineren, aber deutlichen Abfluss von rund 336 Millionen Dollar.
Das bedeutet, dass ein Großteil der neuen Stablecoins derzeit nicht für den Kryptohandel genutzt wird, sondern anderswo im Finanzsystem landet. Der Abfluss scheint jedoch etwas abzunehmen. Während Binance zuvor noch rund 6,7 Milliarden Dollar an Abflüssen verzeichnete, liegt dieses Niveau inzwischen deutlich niedriger.
Das Wachstum von Stablecoins scheint zunehmend weniger von der Kryptomarkt selbst abhängig zu sein. Verschiedene Studien zeigen, dass Stablecoins immer öfter für andere finanzielle Anwendungen genutzt werden.
Ein Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weist beispielsweise auf das schnelle Wachstum von Stablecoins im Bereich internationaler Zahlungen und Überweisungen hin. Besonders in Ländern mit hoher Inflation oder eingeschränktem Zugang zu Banken bieten Stablecoins eine Alternative zur traditionellen Zahlungsinfrastruktur.
Eine Umfrage des Zahlungsdienstleisters BVNK unter mehr als 4.658 Personen in 15 Ländern zeigt, dass Stablecoins in einigen Fällen sogar etwa ein Drittel des Jahreseinkommens für Nutzer darstellen, die damit bezahlt werden.
Auch Unternehmen beginnen, Stablecoins zunehmend für Business-to-Business-Zahlungen zu nutzen.
Neben internationalen Zahlungen entstehen auch neue Anwendungen in aufkommenden Technologien.
So arbeiten Unternehmen wie Circle und Stripe an Systemen, bei denen KI-Agenten eigenständig Transaktionen mit Stablecoins durchführen können. In einem solchen Szenario könnten autonome Softwareprogramme Zahlungen für Dienstleistungen, Daten oder Rechenleistung tätigen.
Analysten zufolge könnte dies langfristig eine völlig neue Nachfrage nach Stablecoins schaffen. Obwohl das aktuelle Volumen solcher KI-Zahlungen mit etwa 50 Millionen Dollar an Transaktionen noch relativ klein ist, zeigt es, dass Stablecoins zunehmend außerhalb des traditionellen Kryptohandels eingesetzt werden.
Das enorme Wachstum von Stablecoins zeigt, dass die Technologie immer breiter im Finanzsystem akzeptiert wird. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Liquidität direkt zu Bitcoin und anderen Krypto-Assets fließt.
Solange Stablecoins vor allem für Zahlungen, internationale Transfers und andere finanzielle Anwendungen genutzt werden, muss der Kryptomarkt nicht zwangsläufig direkt von diesem Wachstum profitieren.
Laut Analysten könnte sich das ändern, sobald ein Teil dieser Liquidität in digitale Assets wie Bitcoin zurückfließt. In diesem Szenario könnte das Wachstum von Stablecoins dennoch eine bedeutende Triebkraft für eine nächste Phase im Kryptomarkt werden.
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