Der Bitcoin-Kurs (BTC) gerät erneut unter Druck, da geopolitische Spannungen und politische Äußerungen für Unruhe an den Märkten sorgen. Der Kurs fiel heute unter 91.000 Dollar, während Anleger zunehmend eine stärkere Korrektur in Betracht ziehen. Analysten am Optionsmarkt gehen davon aus, dass die aktuelle Abwärtsbewegung noch nicht abgeschlossen ist.
Put-Optionen dominieren bei Bitcoin
Daten von Handelsplattformen für Krypto-Optionen zeigen, dass sich viele Händler gegen einen erheblichen Kursrückgang in den kommenden Monaten absichern.
Sie fokussieren sich dabei auf Szenarien, in denen sich Bitcoin den früheren Tiefstständen nähert. Damit scheint der Markt stärkere Kursschwankungen einzupreisen.
Auf der dezentralen Handelsplattform Derive.xyz schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis Ende Juni unter 80.000 USD fällt, auf etwa 30 %. Auch auf Deribit, der nach Handelsvolumen größten Börse für Optionen, sind vergleichbare Positionierungen erkennbar. Auffallend ist, dass die Wahrscheinlichkeit für einen starken Kursanstieg zeitgleich niedriger eingestuft wird.
Optionen sind Termingeschäfte, mit denen Investoren auf künftige Kursentwicklungen spekulieren oder Positionen absichern. Mit einer Call-Option setzt man auf steigende Kurse, während eine Put-Option Gewinne generiert, wenn der Kurs fällt. Je höher die Prämie einer Option, desto wahrscheinlicher stuft der Markt das jeweilige Szenario ein. Aktuell erfreuen sich Put-Optionen einer auffallend hohen Nachfrage.
Geopolitische Instabilität belastet den Kryptomarkt
Laut Sean Dawson, Leiter der Forschung bei Derive.xyz, ist das Sentiment eindeutig bärisch geprägt. „Der Optionsmarkt zeigt, dass Anleger mehr Schutz vor Kursrückgängen suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin unter 80.000 Dollar fällt, ist deutlich höher als die eines Anstiegs über 120.000 Dollar im gleichen Zeitraum“, so der Analyst.
Auch auf der Prognoseplattform Polymarket ist das Sentiment eindeutig vorsichtig. Dort erwarten 81 Prozent der Teilnehmer, dass Bitcoin zuerst die 80.000 Dollar erreicht, während nur 19 Prozent glauben, dass der Kurs eher Richtung 150.000 Dollar steigt.
Ein Rückgang auf dieses Niveau würde bedeuten, dass Bitcoin den tiefsten Stand seit April 2025 erreicht. In diesem Zeitraum fiel der Kurs auf etwa 75.000 Dollar, nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump umfassende Importzölle angekündigt hatte. Diese Maßnahmen sorgten damals für erhebliche Unruhe an den Finanzmärkten.
Mitte November erreichte Bitcoin ein Tief knapp über 80.000 Dollar nach einem Rückgang von 36 Prozent seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar, das am 6. Oktober erreicht wurde.
Ähnlich wie im April sind es erneut Handelskonflikte, die den Markt erschüttern. Trump droht mit zusätzlichen Importzöllen in Höhe von 10 % auf Waren aus zehn europäischen Ländern – als Reaktion auf deren Widerstand gegen seine Pläne zur Übernahme Grönlands. Seit diesen Äußerungen ist Bitcoin von etwa 95.000 USD auf unter 91.000 USD gefallen.
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