Die europäischen Börsen haben heute Morgen deutlich zugelegt, nachdem die Vereinigten Staaten und Iran einen vorläufigen Waffenstillstand vereinbart haben. Anleger reagieren erleichtert, da die Angst vor einer weiteren Eskalation vorerst nachlässt.

Das sorgt für Optimismus an den Märkten, insbesondere bei Fluggesellschaften, Autoherstellern und anderen Unternehmen, die von den Unruhen stark betroffen waren. Dennoch ist es noch zu früh, um zu sagen, dass alle Probleme gelöst sind.

Europäische Märkte reagieren explosiv auf Waffenstillstand

Der breite europäische STOXX Europe 600 Index steht fast vier Prozent höher. Fast alle Sektoren notieren im Plus. Lediglich Öl- und Gasunternehmen bleiben zurück, unter anderem wegen des sinkenden Ölpreises.

Wichtige europäische Indizes verzeichnen kräftige Gewinne. Der deutsche DAX steigt um über vier Prozent, der französische CAC 40 um mehr als vier Prozent und der italienische FTSE MIB verzeichnet ein Plus von circa dreieinhalb Prozent. Auch der britische FTSE 100 und der niederländische AEX eröffnen deutlich höher.

Auf Unternehmensebene stechen vor allem Aktien von Fluggesellschaften und Reiseunternehmen hervor. Unternehmen wie Lufthansa und EasyJet steigen im zweistelligen Bereich. Auch Bergbauunternehmen und Autohersteller legen stark zu. Diese Sektoren profitieren direkt von abnehmenden geopolitischen Spannungen und niedrigeren Energiepreisen.

Die Erleichterung an den Märkten folgt auf die Ankündigung von Donald Trump, dass geplante Angriffe auf Iran vorübergehend ausgesetzt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass Iran die wichtige Straße von Hormus vollständig und sicher wieder öffnet. Diese Meerenge ist entscheidend für einen großen Teil des weltweiten Ölhandels.

Ölpreis sinkt, doch Auswirkungen bleiben spürbar

Der Ölpreis ist nach der Nachricht unter hundert Dollar pro Barrel gefallen. Das erleichtert die Weltwirtschaft und die sektoren, die von Treibstoffen abhängig sind. Dennoch ist die Lage weniger positiv, als es auf den ersten Blick scheint.

Der Krieg hat nämlich bereits Schäden an der Energieinfrastruktur im Nahen Osten angerichtet. Große Öl- und Gasunternehmen, darunter Shell, melden, dass Produktion und Aktivitäten in der Region beeinträchtigt sind. So liegt die Gasproduktion niedriger als zu Beginn des Jahres, und es könnte Monate dauern, bis alles vollständig wiederhergestellt ist.

Gleichzeitig profitierte Shell jedoch von höheren Handelsgewinnen durch die zuvor gestiegenen Ölpreise. Das unterstreicht, wie unberechenbar die Auswirkungen des Konflikts waren.

Auch im Luftfahrtsektor bleiben die Folgen sichtbar. Trotz des Waffenstillstands erwarten Branchenorganisationen, dass die Treibstoffpreise vorerst höher bleiben als vor dem Konflikt. Das bedeutet, dass Flugtickets wahrscheinlich teuer bleiben, selbst wenn sich die Lage weiter stabilisiert.

In der kommenden Zeit wird sich zeigen müssen, ob der Waffenstillstand hält. In Teilen des Nahen Ostens werden weiterhin Angriffe gemeldet, was zeigt, dass die Ruhe fragil bleibt.

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