Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Chainalysis zeigt, dass, obwohl Krypto-Spenden an extremistische Gruppen weltweit zurückgehen, Europa einen starken Anstieg verzeichnet. Besonders weiße nationalistische und antisemitische Bewegungen profitieren von diesem Wachstum, das mit zunehmender politischer Polarisierung und sozialen Spannungen in der Region zusammenfällt.
Kryptowährungen als finanzielle Rettungsleine
Für extremistische Gruppen, die von traditionellen Zahlungssystemen ausgeschlossen sind, ist Kryptowährung eine wichtige Alternative geworden. In den Vereinigten Staaten gelang es einer weißen nationalistischen Gruppe, 40.000 US-Dollar durch Krypto-Spenden zu sammeln, nachdem ihr Zugang zu konventionellen Finanzdienstleistungen blockiert worden war. Auch in Europa nutzen solche Gruppen Krypto, um ihre Aktivitäten zu finanzieren, insbesondere jetzt, wo strengere Gesetze gegen Hassrede und Antisemitismus ihre reguläre Mittelbeschaffung erschweren.
Seit 2017 wächst der Anteil Europas an den weltweiten Krypto-Spenden an extremistische Gruppen stark. In der Periode von 2022 bis 2024 stieg dieser Anteil auf fast 50 %. Dieses Wachstum wird durch zunehmende politische Polarisierung und den Erfolg von Gruppen, die migrationskritische und nationalistische Narrative fördern, angetrieben.
Politische Ereignisse verstärken Spenden
Europawahlen spielen eine große Rolle bei der Finanzierung extremistischer Gruppen. Während der Wahlen in Frankreich und dem Vereinigten Königreich im Jahr 2024 stiegen sowohl die Anzahl der Spenden als auch die durchschnittlichen Beträge erheblich. Extremistische Gruppen nutzten diese Ereignisse, um gezielte Kampagnen zu führen und Spender zu mobilisieren. Die Wahlen dienten als Katalysator für finanzielle Unterstützung, unabhängig vom Ergebnis.
Mit Hilfe von Privacycoins wie Monero versuchen einige dieser Gruppen, Spenden anonym zu halten. Andere Bewegungen entscheiden sich dafür, ihre Krypto-Adressen nicht mehr öffentlich zu machen und teilen diese nur über direkte Kommunikation mit Sympathisanten.
Zusammenarbeit zwischen Ideologien
Die Analyse von Blockchain-Transaktionen zeigt, dass extremistische Gruppen untereinander Spenden austauschen, unabhängig von ihrer spezifischen Ideologie. So unterstützen beispielsweise weiße nationalistische Organisationen islamophobe oder den Holocaust leugnende Bewegungen. Diese Zusammenarbeit weist auf ein gemeinsames strategisches Ziel hin und stärkt ihre gemeinsamen Ressourcen.
Begrenzte Aufsicht aufgrund rechtlicher Unterschiede
Die Bekämpfung der extremistischen Finanzierung über Krypto bleibt eine Herausforderung, auch aufgrund der rechtlichen Unterschiede zwischen den Ländern. In einigen Ländern, wie Deutschland, sind weiße nationalistische Gruppen verboten, während sie in anderen Ländern unter dem Recht auf Meinungsfreiheit operieren. Dieses rechtliche Graubereich erschwert internationale Bemühungen, die Finanzströme effektiv zu regulieren.
Obwohl der Gesamtbetrag, der über Kryptowährungen gesammelt wird, relativ klein ist, kann selbst eine bescheidene Finanzierung weitreichende Folgen haben. Blockchain-Analyse bietet wertvolle Einblicke in die finanziellen Strukturen dieser Gruppen, aber ein einheitlicher Ansatz bleibt notwendig, um ihr Wachstum und ihren Einfluss zu begrenzen.
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