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Kraken will in Europa zur Bank werden. Die Kryptobörse arbeitet an einer Vollbanklizenz in Europa und hat dabei Litauen im Blick. Wird der Antrag genehmigt, wäre Kraken die erste große Kryptobörse mit einer europäischen Banklizenz.
Die Lizenz ist Teil einer breiteren Strategie der Muttergesellschaft Payward, die weltweit weitere Genehmigungen sichern will. Kraken will damit sein Angebot ausbauen und sich neben traditionellen Banken zu einem vollwertigen Finanzakteur entwickeln.
Informierten Kreisen zufolge konzentriert sich Kraken auf Litauen, weil das Land als attraktiver Standort für Fintech-Unternehmen gilt. Revolut erhielt dort bereits 2018 eine spezialisierte Banklizenz und konnte damit im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) Bankdienstleistungen anbieten.
Mit einer europäischen Banklizenz wäre Kraken nicht länger nur eine Kryptobörse. Das Unternehmen könnte dann auch klassische Finanzprodukte anbieten, etwa Zahlungskonten, Kredite und möglicherweise weitere Bankdienstleistungen, abhängig von der endgültigen Lizenz und der jeweiligen Regulierung vor Ort.
Kraken selbst wollte sich zu den Plänen nicht äußern. Auch die Bank von Litauen teilte mit, dass Lizenzanträge vertraulich behandelt werden.
Die europäische Banklizenz passt zu Krakens übergeordnetem Ziel, weltweit stärker reguliert zu operieren. Im März 2026 erhielt Kraken Financial als erstes Kryptounternehmen Zugang zum Zahlungssystem der US-Notenbank Federal Reserve. Dadurch kann das Unternehmen Transaktionen über dieselbe Infrastruktur abwickeln wie traditionelle Banken.
Zwei Monate später erhielt die Muttergesellschaft Payward zudem eine Lizenz der Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) in Dubai, wodurch sie ihre Aktivitäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter ausbauen konnte.
CEO Arjun Sethi hatte bereits deutlich gemacht, dass Kraken weitere Banklizenzen anstrebt.
Der Plan für die kommenden zehn Jahre sieht vor, diese Lizenzen entweder durch Übernahmen bestehender Unternehmen zu sichern oder in jeder Region ein reguliertes Unternehmen von Grund auf aufzubauen.
CEO Arjun Sethi
Der Schritt hin zu einer europäischen Banklizenz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Kraken auch einen Börsengang in den USA vorbereitet.
Zusätzliche Lizenzen könnten das Vertrauen von Aufsichtsbehörden und institutionellen Anlegern stärken. Zugleich zeigt die Strategie, dass die Grenze zwischen traditionellen Banken und Kryptounternehmen weiter verschwimmt. Während Banken zunehmend Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte anbieten, suchen große Kryptounternehmen den Anschluss an das bestehende Finanzsystem.
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