Börsennotierte Unternehmen besitzen mittlerweile für über 160 Milliarden Dollar an Krypto-Assets. Dieses Wachstum wurde durch den jüngsten Kursanstieg von Bitcoin (BTC) über 120.000 Dollar und den schnellen Aufstieg von Ethereum (ETH) angetrieben. Doch das schnelle Wachstum wirft auch Fragen über die Nachhaltigkeit dieses Trends in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld auf.
BTC bleibt dominant, aber ETH und SOL gewinnen an Boden
Der gemeinsame Wert der Krypto-Assets von börsennotierten Unternehmen stieg zwischen April und Juli von 74 Milliarden auf 160 Milliarden Dollar. Davon sind 147 Milliarden Dollar auf BTC zurückzuführen, wobei Unternehmen wie Strategy und Metaplanet führend sind.
Der Anstieg folgt auf die Strategie des Strategy-Gründers Michael Saylor, dessen Unternehmen mittlerweile 28 Milliarden Dollar unrealisierte Gewinne auf ihrer BTC-Position hat. Seitdem nutzen immer mehr börsennotierte Unternehmen BTC als Absicherung gegen Inflation und Staatsschulden, mit dem Ziel, den Aktionärswert zu erhalten.
Gleichzeitig ist im zweiten Quartal eine Verschiebung hin zu ETH erkennbar. Das gestiegene Interesse hängt mit dem Aufkommen von Stablecoins und der Tokenisierung zusammen. BitMine Immersion Technologies, geleitet von Tom Lee, besitzt mittlerweile 625.000 ETH, im Wert von über 2,4 Milliarden Dollar. Auch SharpLink Gaming und The Ether Machine investierten jeweils 1,68 Milliarden und 1,28 Milliarden Dollar in ETH.
Insgesamt besitzen börsennotierte Unternehmen, Web3-Firmen und ETFs nun etwa 2,8 Millionen ETH, im Wert von circa 10 Milliarden Dollar. Davon sind 6,3 Milliarden Dollar den börsennotierten Unternehmen zuzuschreiben, ein leichter Rückgang im Vergleich zum vorherigen Quartal.
SOL-Interesse wächst, Fokus auf Rendite durch Staking
Auch Solana (SOL) gewinnt leise an Popularität unter Unternehmen. DeFi Development Corp, Upexi und SOL Strategies investierten gemeinsam für 1 Milliarde Dollar in Solana. Damit bleibt SOL weit hinter ETH und BTC, aber der Trend deutet auf ein zunehmendes Interesse hin.
Im Gegensatz zu BTC-Investoren, die vor allem auf langfristige Wertspeicherung setzen, konzentrieren sich Unternehmen mit ETH- und SOL-Positionen auf Rendite durch Staking und zukünftige Anwendungen in der Tokenisierungsmarkt. Diese unterschiedlichen Strategien spiegeln verschiedene Risikoprofile und Ziele wider.
Trotz des starken Anstiegs der Krypto-Treasuries im zweiten Quartal bleibt die Frage, ob dieser Trend im dritten Quartal anhalten kann. Zunehmende makroökonomische Unsicherheit und Volatilität auf den Finanzmärkten könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Bisher lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob Unternehmen solche Risiken weiterhin eingehen werden. Aber falls der Kryptozyklus noch eine Weile anhält, wird dieser Trend höchstwahrscheinlich fortgesetzt.
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