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Der Bitcoin-Kurs machte gestern plötzlich einen Satz. Auslöser war, dass Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der US-Notenbank, die Entwicklung der Inflation positiv bewertete. Seit dem Zinsentscheid vom 17. Juni hätten sich die Inflationserwartungen nach seiner Einschätzung etwas abgekühlt. Der Markt wertete das umgehend als Anlass, weniger Zinserhöhungen einzupreisen.
In der Folge legte Bitcoin (BTC) deutlich zu, ebenso wie Gold und Silber.
Während Bitcoin in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch noch unter 58.000 Dollar fiel, notiert die Kryptowährung inzwischen bei gut 60.000 Dollar. Das ist eine vorsichtige Erholung, aber noch kein Befreiungsschlag. Um diesen Bärenmarkt zu beenden, müsste deutlich mehr passieren.

Das Problem für Bitcoin ist das derzeit ausgesprochen schwache Sentiment. Das überrascht kaum, weil Bitcoin enttäuscht, während andere Anlageklassen zugleich äußerst stark laufen.
Im Umfeld künstlicher Intelligenz lassen sich derzeit enorme Renditen erzielen. Normalerweise geben in Bärenmärkten alle Anlageklassen gemeinsam nach. Diesmal steckt Krypto in einem Bärenmarkt, während der Aktienmarkt weiter gut läuft.
Ähnliches war bereits bei der Rekordjagd von Gold und Silber zu beobachten, die im Januar endete. Auch damals blieb Bitcoin deutlich zurück, während die Aufmerksamkeit auf Edelmetalle gerichtet war.
Entscheidend ist damit vor allem die Frage nach der Trendwende: der Moment, in dem sich die Richtung ändert und Bitcoin in der Finanzwelt wieder ins Zentrum rückt.
Dafür braucht es eine deutliche Kapitalrotation. Das Interesse an künstlicher Intelligenz müsste nachlassen, während Bitcoin zugleich wieder Momentum aufbaut.
Dennoch sind die Signale für Bitcoin nicht ausschließlich negativ. Im Tageschart bildet sich etwa eine bullische Divergenz. Das bedeutet: Der Kurs markierte ein tieferes Tief, während der Relative Strength Index (RSI, unteres Feld) ein höheres Tief erreichte.

In der Regel deutet das darauf hin, dass das Abwärtsmomentum nachlässt. Dasselbe Signal zeigt sich auch im Wochenchart von Bitcoin. Das erhöht die Aussagekraft. Zudem findet der Kurs in der Zone zwischen 58.000 und 60.000 Dollar deutliche Unterstützung von Käuferseite.
Um bei Bitcoin wieder wirklich optimistisch zu werden, müsste der Kurs allerdings spürbar zulegen. Ein Beispiel wäre die Rückeroberung der Wolke aus dem einfachen und dem exponentiellen 200-Wochen-Durchschnitt in der Grafik oben bei 75.000 bis 76.000 Dollar.
Gelingt das, dürfte Bitcoin wieder den Blick nach oben richten. Vorerst ist es aber nicht so weit; bis dahin sind noch zahlreiche Schritte nötig.
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