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Die Behandlung von Kryptowährungen durch internationale Bankvorschriften wird zunehmend hinterfragt. Im weltweiten Kapitalrahmen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht erhalten digitale Vermögenswerte wie Bitcoin derzeit eine Risikogewichtung von 1.250 %. Das bedeutet, dass Banken sehr viel Kapital vorhalten müssen, wenn sie mit diesen Vermögenswerten handeln.
Da eine Überprüfung dieser Vorschriften für 2026 geplant ist, wächst der Druck aus der Kryptoindustrie und von politischen Organisationen, den aktuellen Ansatz zu ändern. Kritiker argumentieren, dass die Regeln so streng sind, dass Banken kaum Raum haben, Dienstleistungen rund um Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte anzubieten.
Das Bitcoin Policy Institute, eine US-amerikanische Interessenvertretung für Bitcoin, bereitet eine Antwort auf einen neuen Vorschlag der US-Notenbank (Federal Reserve) vor. Dieser Vorschlag befasst sich damit, wie Banken die Risiken verschiedener Vermögenswerte bewerten sollten.
Laut Conner Brown, Leiter des Bitcoin Policy Institute, werden die aktuellen Regeln Bitcoin unverhältnismäßig hart behandelt.
„Laut den Basel-Regeln erhält Bitcoin eine Risikogewichtung von 1.250 %. Das ist strenger als bei fast allen anderen Vermögenswerten“, sagt Brown.
Ihm zufolge führt diese Klassifizierung dazu, dass Banken wenig Anreiz haben, Bitcoin zu halten oder Dienstleistungen für Unternehmen und Nutzer im Sektor anzubieten.
Die hohe Risikogewichtung hat erhebliche Auswirkungen auf Banken. Aufgrund der Vorschriften müssen sie nahezu so viel Kapital reservieren wie der Gesamtwert ihrer Bitcoin-Position.
Marktanalyst Nic Puckrin erklärt, dass dies auf ein Reservenverhältnis von etwa 1 zu 1 hinausläuft. Das bedeutet, dass eine Bank für jeden Euro in Bitcoin nahezu einen Euro Kapital vorhalten muss.
Laut Puckrin macht dies Bitcoin für Banken finanziell unattraktiv.
„Selbst eine leichte Verbesserung der Behandlung von Bitcoin könnte Banken endlich in die Lage versetzen, BTC in das Finanzsystem zu integrieren“, sagt er.
Laut Analysten könnte sogar eine kleine Lockerung der Regeln zu größeren Kapitalströmen in Richtung Bitcoin führen.
Die Diskussion findet statt, während die US-Notenbank an einer neuen Version der Kapitalregeln für Banken arbeitet. Dies ist Teil der letzten Phase der Umsetzung von Basel III in den Vereinigten Staaten.
Michelle Bowman, Vizepräsidentin der Federal Reserve, kündigte am 12. März an, dass die Zentralbank bald einen Vorschlag mit möglichen Änderungen dieser Regeln veröffentlichen wird.
Laut mit dem Prozess vertrauten Quellen könnte die Federal Reserve bereits in der Woche vom 16. März 2026 über den überarbeiteten Vorschlag abstimmen. Anschließend folgt eine öffentliche Konsultationsphase von 90 Tagen, in der Unternehmen und Experten ihre Meinungen äußern können.
Innerhalb der Kryptobranche wächst der Ruf nach einer Überarbeitung der Regeln. Im Februar forderten mehrere Führungskräfte von Krypto-Treasury-Unternehmen die Aufsichtsbehörden auf, die Risikogewichtung digitaler Vermögenswerte neu zu bewerten.
Ihren Angaben zufolge berücksichtigen die aktuellen Regeln unzureichend Eigenschaften von Bitcoin, wie die hohe Liquidität und das Fehlen von Gegenparteirisiko.
Brown legte dieses Argument in einem Essay mit dem Titel „Basel’s 1250 % Mistake“ weiter dar. Darin argumentiert er, dass die derzeitige Methode grundlegend fehlerhaft ist.
Seiner Meinung nach führt die Kombination aus Risikogewichtung und Mindestkapitalanforderungen dazu, dass Banken effektiv Kapital vorhalten müssen, das ihrer gesamten Bitcoin-Exposition entspricht.
Laut Analysten geht die Diskussion letztlich über Bankvorschriften hinaus. Viele Krypto-Investoren hoffen vor allem auf drei konkrete Verbesserungen: bessere Bitcoin-Dienste über Banken, einfacheren Zugang zu Bankdiensten für Kryptounternehmen und mehr Engagement großer Finanzinstitute neben bestehenden ETF-Produkten.
Durch die aktuellen Basel-Regeln haben Banken laut Analysten wenig Spielraum, diese Rolle zu erfüllen.
Gleichzeitig spielt sich die Debatte vor dem Hintergrund breiterer Spannungen zwischen dem US-Bankensektor und der Kryptoindustrie ab. Die Diskussion über neue Gesetzgebungen, einschließlich der sogenannten Clarity Act, verläuft seit längerer Zeit schleppend.
Die für 2026 geplante Überarbeitung der Basel-Regeln könnte daher ein wichtiger Schritt bei der Frage werden, wie Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte letztlich in das traditionelle Finanzsystem integriert werden.
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