Goldman Sachs bricht erneut Rekord im Aktienhandel. Die Bank verdiente im ersten Quartal mehr als 5,3 Milliarden Dollar mit ihrer Aktienabteilung, über 1 Milliarde Dollar mehr als beim vorherigen Rekord.
Die starken Zahlen kommen nicht von ungefähr. Die Unruhen rund um den Krieg mit Iran haben zu erheblichen Schwankungen an den Finanzmärkten geführt. Gerade diese Volatilität erwies sich als besonders profitabel für die Händler an der Wall Street.
Zweites Rekordquartal in Folge
Für Goldman Sachs ist dies bereits das zweite Quartal in Folge mit einem Rekord in der Aktienabteilung. Im vierten Quartal 2025 lag der Ertrag noch bei über 4,3 Milliarden Dollar. Dieses Niveau wurde nun deutlich übertroffen.
Das Wachstum resultiert vor allem aus einem starken Anstieg in der Aktienfinanzierung. Dazu gehören unter anderem Kredite an Hedgefonds und andere risikofreudige Investoren. Gerade in Zeiten der Unruhe steigt die Nachfrage nach dieser Art von Finanzierung.
Das Timing spielt der Bank in die Karten. Der Krieg mit Iran, Unsicherheiten bei der Bewertung von KI-Unternehmen und Sorgen über Private Credit sorgen für starke Schwankungen am Markt. Genau in solch einem Umfeld können Handelsabteilungen großer Banken den Unterschied machen.
Anleihehandel bleibt zurück
Nicht alle Geschäftsbereiche von Goldman Sachs waren gleichermaßen erfolgreich. Der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen erzielte etwa 4 Milliarden Dollar und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten.
Zugleich zeigt sich in anderen Bereichen eine deutliche Erholung. Die Beratungseinnahmen der Investmentbank stiegen um 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was darauf hinweist, dass der Markt für Fusionen und Übernahmen wieder anzieht.
Das insgesamt verwaltete Vermögen wuchs auf 3,7 Billionen Dollar. Dennoch ging dies nicht ohne Spannungen vonstatten. Anfang des Monats konnte ein Private-Credit-Fonds von Goldman nur knapp einen größeren Abzug von Investoren verhindern. Das unterstreicht, dass die Unruhe an den Märkten nicht alle Aktivitäten der Bank gleichermaßen betrifft.
Krieg als Geschäftsmodell
Die Zahlen zeigen eine bekannte Realität an der Wall Street. Was der Wirtschaft schadet, wirkt sich oft positiv auf die Handelsabteilungen großer Banken aus. Unruhe und Volatilität führen zu mehr Handel, größeren Preisdifferenzen und letztlich höheren Gewinnmargen.
Goldman Sachs ist die erste große Investmentbank, die in dieser Woche Ergebnisse vorlegt. Damit setzt die Bank direkt den Maßstab für Konkurrenten wie JPMorgan und Morgan Stanley.
Wenn die Unruhe an den Märkten anhält, scheint ein weiteres starkes Quartal naheliegend. Mit den steigenden Spannungen um die Straße von Hormus dürfte diese Volatilität vorerst nicht verschwinden.
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