Was als weltweite Störung bei X begann, mündete in einem Wortgefecht zwischen Elon Musk und Ryanair. Die Fluggesellschaft nutzte die Gelegenheit, um Musks Plattform lächerlich zu machen. Die Folgen: eine scharfe Reaktion des Milliardärs, ein viraler Witz und steigende Aktien. Doch steckt womöglich mehr dahinter?
Ryanair verspottet Musk während Störung bei X
Am 17. Januar beklagten sich Nutzer weltweit über Probleme bei X. Nachrichten wurden nicht geladen, Timelines hingen fest und die Frustration wuchs. Doch Ryanair erkannte eine Chance. Auf der hapernden Plattform postete die irische Gesellschaft: „Vielleicht brauchst du WLAN, @elonmusk?“ Ein klarer Seitenhieb auf den Besitzer von X.
Die Bemerkung blieb nicht unbeantwortet. Elon Musk reagierte mit einem Witz, der rasch viral ging: „Soll ich Ryanair kaufen und jemand, der tatsächlich Ryan heißt, ans Ruder setzen?“ Binnen Stunden fluteten Memes und Witze das Netz. Die Störung wurde inzwischen behoben, doch der digitale Schlagabtausch zwischen Musk und Ryanair hielt noch tagelang an.
Alter Streit um Starlink flammt auf
Der Wortwechsel kommt nicht aus dem Nichts. Musk und Ryanair-Chef Michael O’Leary sind schon länger im Clinch. O’Leary hat sich zuvor vehement gegen Starlink ausgesprochen, das Satelliteninternet von Musks Unternehmen SpaceX. Seiner Meinung nach erhöhen die Antennen das Gewicht und den Luftwiderstand, was zu höheren Treibstoffkosten führt. Zudem würden Ryanair-Passagiere nicht für WLAN auf Kurzstreckenflügen zahlen wollen.
Musk nannte O’Leary daraufhin „schlecht informiert“ und behauptete, dass Ryanair Kunden an Konkurrenten verlieren würde, die Internet an Bord anbieten. O’Leary legte später nach, indem er Musk als „Idioten“ bezeichnete und X als „Abwassergrube“ beschrieb.
„Wie viel kostet es, euch zu kaufen?“
Nach dem Wortwechsel während der Störung blieb es nicht bei einem Witz. Zwei Tage später, am 19. Januar, reagierte Musk erneut auf einen Post von Ryanair. Diesmal fragte er: „Wie viel würde es kosten, euch zu kaufen?“ und fügte ironisch hinzu, dass er dann jemanden mit dem Namen Ryan ans Ruder setzen würde.
Wieder schien es ein harmloser Scherz zu sein, doch online verbreitete sich der Funke sofort. Der Beitrag ging viral und Investoren horchten auf. Der Kurs von Ryanair schoss direkt nach oben.
Plant Musk wirklich den Kauf von Ryanair?
Eine tatsächliche Übernahme ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Die Marktkapitalisierung von Ryanair liegt bei fast 36 Milliarden Dollar. Selbst wenn Musk nur einen Teil der Aktien erwerben würde, ginge es um zig Milliarden.
Zudem passt die Luftfahrt nicht in den Tech- und Raumfahrtfokus von Musk. Eine Billigfluglinie erscheint keine logische nächste Etappe. Dennoch hat Musk in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass er bereit ist, etablierte Marktlogiken zugunsten seiner persönlichen Visionen zu ignorieren.
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