Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia, äußerte sich am 11. Dezember auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) kritisch über Bitcoin. Wales, bekannt für seine deutlichen Worte, behauptete, im Gegensatz zu vielen Bitcoin-Nutzern, die ihre Kryptowährungen durch vergessene Wallet-Passwörter verlieren, habe er nie Geld verloren, weil er das Passwort für sein Bankkonto vergessen hat.
Diese Bemerkungen stießen bei der Bitcoin- und Krypto-Gemeinschaft auf wenig Gegenliebe, die Wales für seine Abhängigkeit von Spenden für den Betrieb von Wikipedia kritisierte.
„Banken funktionieren und Bitcoin nicht“
In seinem Beitrag auf X postete Wales sarkastisch, dass er, ähnlich wie einige Bitcoin-Nutzer, sein Bankpasswort vergessen und all sein Geld verloren hätte. Er fügte hinzu: „Nein, das ist eigentlich nicht passiert, denn Banken funktionieren und Bitcoin nicht.“ Diese Aussage wurde von der Bitcoin-Gemeinschaft als unbegründeter Angriff auf Bitcoin aufgefasst, wobei betont wurde, dass Banken vielleicht funktionieren, aber nicht für jedermann zugänglich sind.
Als Reaktion auf Wales‘ Kommentare hob Alex Gladstein von der Human Rights Foundation hervor, dass Banken zwar in Ländern mit starker Rechtsstaatlichkeit und Währung effektiv sein können, aber etwa 7 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu solchen Bankdienstleistungen haben. Lyn Alden, Gründerin von Lyn Alden Investment Strategy, fügte hinzu, dass selbst diejenigen mit Bankkonten nicht immer sicher sind, und verwies auf einen libanesischen Arzt, der einen Großteil seines Ersparten durch Hyperinflation verloren hat.
Wikipedia hat tatsächlich in Bitcoin investiert
Verteidiger von Bitcoin, wie Samson Mow, wandten sich an Wales und erinnerten ihn an die finanzielle Abhängigkeit von Wikipedia von Spenden. Mow schlug vor, dass Wikipedia, hätte es früher in Bitcoin investiert, nicht von ständigen Spendenaufrufen abhängig wäre.
Schließlich bemerkte Danny Scott, CEO von Bitcoin Exchange Coin Corner, dass Wales Äpfel mit Birnen vergleicht. Er erklärte, dass das Vergessen eines Passworts bei einem Bitcoin-Austausch vergleichbar ist mit dem Verlust eines Bankpassworts, wobei in beiden Fällen das Passwort zurückgesetzt werden kann. Er betonte jedoch, dass die physische Aufbewahrung von Geld oder Bitcoin ähnliche Risiken birgt – geht es verloren, ist es für immer weg.
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