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Die weltweiten Aktienmärkte stehen unter Druck wegen wachsender Bedenken rund um künstliche Intelligenz. Investoren befürchten einerseits, dass KI ganze Branchen umkrempeln könnte.
Andererseits herrscht Skepsis darüber, ob die Hunderten Milliarden, die Technologieunternehmen investieren, schnell genug zurückfließen. Diese widersprüchlichen Ängste führen zu einer massiven Verkaufswelle an der Wall Street, die vor allem große Technologiekonzerne trifft.
In kurzer Zeit sind mehr als tausend Milliarden Dollar an Börsenwert bei Unternehmen verloren gegangen, die stark auf KI setzen. Gleichzeitig sind auch Firmen aus völlig anderen Sektoren betroffen, schlichtweg, weil sie möglicherweise durch neue KI-Anwendungen beeinträchtigt werden.
Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet investieren immense Summen in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur. Allein bis 2026 wird erwartet, dass diese vier zusammen mehr als 600 Milliarden Dollar investieren.
Dieses Geld muss irgendwo herkommen. Die freien Cashflows versiegen und die Bilanzen der Unternehmen verändern sich rasch durch hohe Abschreibungen und Fremdfinanzierungen. Wo Anleger früher geduldig auf zukünftige Gewinne warteten, wächst nun die Unruhe.
Seit Beginn der Berichtssaison Ende Januar sind die Aktien von Microsoft und Amazon um mehr als sechzehn Prozent gefallen. Amazon erlebt sogar die längste Verlustserie seit fast zwanzig Jahren. Auch Alphabet und Meta haben nach jüngsten Höchstständen deutlich nachgegeben. Der Technologieindex Nasdaq 100 steht dieses Jahr im Minus.
Analysten sprechen von einem schwierigen Spannungsfeld. Wenn KI tatsächlich komplette Geschäftsmodelle überflüssig macht, warum sollten dann ausgerechnet die Unternehmen, die Milliarden investieren, nicht profitieren? Und wenn die Erträge noch jahrelang auf sich warten lassen, wie nachhaltig ist das aktuelle Investitionsniveau?
Die Unruhe beschränkt sich nicht auf Big Tech. Aktien von Versicherungsmaklern, Vermögensverwaltern, Logistikunternehmen und Softwareentwicklern gerieten unter Druck, nachdem neue KI-Tools eingeführt wurden.
Eine KI-Lösung für Juristen und Finanzanalysten führte zu starken Kursrückgängen in diesen Branchen. Eine andere KI-Anwendung belastete Versicherungsunternehmen. Selbst eine Pressemitteilung eines kleinen Startups reichte aus, um Logistikaktien unter Druck zu setzen.
Anleger scheinen derzeit jedes Unternehmen, das möglicherweise durch KI ersetzt werden könnte, präventiv abzustrafen. Gleichzeitig profitieren Chipunternehmen wie Nvidia und Micron weiterhin von der enormen Nachfrage nach Hardware für KI-Systeme, auch wenn dort die Kursvolatilität zugenommen hat.
Manche Marktbeobachter sprechen von einer Überreaktion. Sie betonen, dass frühere KI-bezogene Panikwellen später wieder zurückgenommen wurden. Ihrer Meinung nach könnte KI letztlich zu höherer Produktivität und Rentabilität bei Unternehmen führen, die die Technologie klug einsetzen.
Trotzdem bleibt die Unsicherheit groß. Banken senken ihre Empfehlungen für Technologieaktien und warnen, dass das derzeitige Investitionstempo kaum tragbar ist. In den kommenden Quartalen wird sich zeigen müssen, ob KI tatsächlich die versprochene Goldgrube wird oder ob der Markt vorerst in einem Teufelskreis aus Angst und Unsicherheit gefangen bleibt.
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