Das Open Interest an Bitcoin (BTC) Futures ist auf 34 Milliarden Dollar gesunken, der niedrigste Stand seit November 2024. Gleichzeitig bleibt der Bitcoin Kurs unter der psychologischen Marke von 70.000 Dollar.
Marktbeobachter fragen sich, ob institutionelle Anleger das Interesse verlieren oder die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit den Kryptomarkt bremst.
502.000 BTC an Futures weiterhin im Spiel
Das gesamte Open Interest sank innerhalb eines Monats um 28 Prozent. Umgerechnet in Bitcoin bleibt die Anzahl der Kontrakte jedoch mit über 502.000 BTC nahezu unverändert. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Hebeleffekten nicht vollständig verschwunden ist, sondern dass Preisrückgänge und Liquidationen eine große Rolle spielen.

In den letzten zwei Wochen wurden Positionen im Wert von 5,2 Milliarden Dollar liquidiert. Solche Zwangsverkäufe verstärken in der Regel den Abwärtsdruck auf den Markt.
Investoren suchen unterdessen nach einem eindeutigen Grund für den Kursrückgang von 28 Prozent innerhalb eines Monats. Bemerkenswert ist, dass Gold im gleichen Zeitraum sogar an Boden gewonnen hat und bei rund 5.000 Dollar notiert, während der S&P 500 nur 1 Prozent unter seinem Allzeithoch liegt.
Eine mögliche Erklärung könnte in der US-amerikanischen Wirtschaft liegen. Laut dem Arbeitsministerium kamen im Jahr 2025 181.000 Arbeitsplätze hinzu, weniger als zuvor berichtet. Das Weiße Haus erklärt laut BBC, dass ein langsameres Bevölkerungswachstum durch Einwanderungspolitik die Zahlen beeinflusst hat.
Zinssenkung der FED könnte Krypto beflügeln
Wirtschaftliche Unsicherheit trifft Bitcoin oft härter als Aktien. Während der Coronakrise im März 2020 verlor die Kryptowährung innerhalb kurzer Zeit mehr als 50 Prozent ihres Wertes. Gleichzeitig kann eine schwächere Wirtschaft dazu führen, dass die Federal Reserve (FED) die Zinsen senkt, was sich in der Regel positiv auf risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen auswirkt.
Am Derivatemarkt herrscht vorsichtige Stimmung. Die Funding Rate auf Bitcoin Futures blieb monatelang unter der neutralen Marke von 12 Prozent pro Jahr, wie Daten von Laevitas zeigen. Das weist auf ein begrenztes Interesse an gehebelten Long-Positionen hin.
Auch auf dem Optionsmarkt herrscht Zurückhaltung. Der sogenannte Delta-Skew bei Deribit stieg auf 22 Prozent. Das bedeutet, dass Anleger mehr für den Schutz vor Kursverlusten bezahlen als für Spekulationen auf Kursgewinne.
Dennoch ist kein vollständiger Exodus zu beobachten. US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen einen durchschnittlichen Tagesumsatz von 5,4 Milliarden Dollar. Das institutionelle Interesse scheint also nicht verschwunden zu sein.
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