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Bermuda macht einen großen Schritt hin zu seiner Vision einer vollständig „on-chain“ Wirtschaft. Der Inselstaat verlagert wichtige Finanzdienstleistungen und Zahlungen auf das Stellar-Netzwerk. Die hohen Kosten des alten Zahlungssystems waren der Auslöser.
Premier David Burt verkündete die Nachricht gestern auf dem Bermuda Digital Finance Forum. Seiner Meinung nach führen das Fehlen mobiler Bezahl-Apps und die Abhängigkeit von veralteter Zahlungsinfrastruktur dazu, dass die Einwohner hohe Bearbeitungskosten zahlen müssen. Dies bremst auch das Wirtschaftswachstum der Insel im Nordatlantik.
Stellar ist eine sogenannte Layer-1-Blockchain, die schnelle und kostengünstige Transaktionen in verschiedenen Währungen ermöglicht. Das Netzwerk wird bereits weltweit für grenzüberschreitende Zahlungen, den Umtausch zwischen Euro und Kryptowährungen sowie die Ausgabe von Stablecoins durch Banken und Fintech-Unternehmen genutzt.
„Der Einsatz digitaler Dollar kann dies ändern, und die Fähigkeit des Stellar-Netzwerks, öffentliche Initiativen zu unterstützen, ermöglicht es, dies verantwortungsvoll und in der für Bermuda notwendigen Größenordnung zu leisten,“ sagte Burt.
Der Premierminister betonte ausdrücklich die Rolle der Privatwirtschaft als treibende Kraft hinter dem Plan. „Das ist nicht die Regierung, sondern die Privatwirtschaft, die in Zusammenarbeit mit der Regierung von Bermuda dieses Ökosystem unterstützt,“ so Burt.
Der Plan baut auf einer früheren Ankündigung im Januar auf dem World Economic Forum in Davos auf. Damals enthüllte Burt, dass Bermuda mit Circle, dem Herausgeber des Stablecoins USDC, und der Kryptobörse Coinbase zusammenarbeitet, um als erstes Land weltweit eine vollständig onchain nationale Wirtschaft zu werden.
Nach Risikoanalysen kann die Regierung auch digitale Vermögenswerte akzeptieren und in diese investieren. Damit reiht sich Bermuda in eine kleine Gruppe von Ländern ein, die Krypto aktiv fördern.
El Salvador ist das bekannteste Beispiel und kauft seit Jahren Bitcoin (BTC) für die eigene Staatskasse. Und das winzige Königreich Bhutan mined seit Jahren Bitcoin, obwohl der Bestand dieses Jahr rapide reduziert wird.
Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 9 Milliarden Dollar im Jahr 2024 zählt Bermuda zu den kleineren Volkswirtschaften weltweit. Gerade deshalb setzt die Insel auf eine kryptofreundliche Politik, um Unternehmen anzuziehen.
Diesen Kurs schlug Bermuda bereits 2018 mit dem „Digital Asset Business Act” ein. Dabei handelte es sich um eine der ersten klaren Regulierungen für Krypto- und Blockchain-Unternehmen. Zu den ersten internationalen Akteuren, die unter diesem Regime eine Lizenz erhielten, gehörten Circle und Coinbase.
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