Iran hat offenbar einen bemerkenswerten Schritt in Richtung Krypto unternommen. Laut lokalen Medien hat das iranische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen eine neue Versicherungsplattform gestartet, die auf Bitcoin basiert. Die Plattform mit dem Namen Hormuz Safe ist für Schiffe und Ladungen gedacht, die die Straße von Hormus passieren.
Iranischen Quellen zufolge könnte das System dem Land letztlich mehr als 10 Milliarden Dollar einbringen.
Die Nachricht verbreitete sich am Sonntagabend schnell in den sozialen Medien, nachdem Nutzer Screenshots der Website hormuzsafe.ir teilten. Die ersten Berichte stammten von der iranischen Nachrichtenagentur Fars News Agency, die enge Verbindungen zur Revolutionsgarde hat.
Bitcoin-Zahlungen bieten sofortigen Versicherungsschutz
Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars News berichtet, arbeitet das Ministerium bereits seit Ende April an der neuen Versicherungsplattform. Das System soll Schiffe und Ladungen, die durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus fahren, nahezu sofort über Bitcoin-Zahlungen versichern können.
Sobald eine Zahlung auf der Blockchain bestätigt ist, würde die Versicherung sofort in Kraft treten. Die Eigentümer erhalten anschließend einen digitalen und kryptografisch signierten Versicherungsnachweis. Laut Fars News soll die Plattform für eine schnellere Abwicklung und eine geringere Abhängigkeit von traditionellen Finanzsystemen sorgen.
Iranische Medien präsentieren Hormuz Safe unterdessen als strategisches Mittel, um mehr Kontrolle über eine der wichtigsten Öl- und Handelsrouten der Welt zu erlangen.
Iran nutzt Hormuz als finanzielles Druckmittel
Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Täglich passieren schätzungsweise etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls die schmale Meerenge. Iran hat in früheren Konflikten mehrfach damit gedroht, die Route zu sperren, um Druck auf den Westen auszuüben.
Mit „Hormuz Safe“ scheint Teheran nun eine andere Strategie zu verfolgen. Anstatt die Durchfahrt vollständig zu blockieren, könnte der Iran über die Plattform Geld an der Schifffahrt verdienen, die diese Route nutzt. Damit wird die Meerenge nicht nur zu einem geopolitischen Druckmittel, sondern möglicherweise auch zu einer neuen Einnahmequelle.
Der genannte Betrag von 10 Milliarden Dollar stammt aus Berichten von Fars News, wobei das Medienunternehmen keine Erklärung dazu gab, wie diese Zahl genau berechnet wurde. Auch ist noch unklar, wie die Plattform technisch und rechtlich genau funktioniert, da viele Details vorerst nicht veröffentlicht wurden.
Westliche Experten warnen vor Sanktionen
Westliche Experten warnen inzwischen vor möglichen Sanktionsrisiken im Zusammenhang mit der Plattform. Zahlungen an iranische Staatsunternehmen oder Finanzsysteme könnten gemäß den amerikanischen Sanktionsregeln problematisch sein, insbesondere da Iran stark unter der Aufsicht des Office of Foreign Assets Control (OFAC) steht.
Unternehmen oder Reedereien, die Hormuz Safe nutzen möchten, sollten daher laut Compliance-Spezialisten vorab rechtlichen Rat einholen.
Derzeit zeigt die Website von Hormuz Safe vor allem eine einfache Ankündigungsseite. Viele technische Details fehlen noch, was angesichts des sehr kürzlichen Starts der Initiative nicht überraschend ist.
Unterdessen herrscht auch innerhalb Irans Skepsis. Unter Berichten von Fars News fragen sich einige Nutzer, ob die möglichen Einnahmen tatsächlich der Bevölkerung zugutekommen oder hauptsächlich bei der iranischen Regierung und der Revolutionsgarde landen.
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