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Silber erlebt einen historischen Höhenflug. Der Preis des Edelmetalls sprang heute kurzzeitig über 58 US‑Dollar je Unze und markierte damit ein neues Allzeithoch. Was steckt hinter diesem explosiven Anstieg?
Silber stieg heute zeitweise auf über 58 US‑Dollar je Unze (rund 31 Gramm) und erreichte damit den höchsten Stand aller Zeiten. Seit Jahresbeginn 2025 hat sich der Preis des Edelmetalls bereits mehr als verdoppelt und entwickelt sich damit rund sechsmal besser als der S&P‑500‑Index, betont Analyst Kobeissi auf X. Bitcoin (BTC) kann da überhaupt nicht mithalten und liegt sogar im Minus.
Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert der Silberpreis etwas niedriger bei 57,37 US‑Dollar.

Nach Angaben von Bloomberg ist der historische Ausbruch das Ergebnis einer Kombination von Faktoren. So kämpft der Markt mit anhaltenden Engpässen bei physischem Silber. Die Lagerbestände an der Shanghai Futures Exchange sind auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gefallen.
Auch in London steht der Silbermarkt unter Druck. Dort ist es teurer als üblich, sich Silber kurzfristig zu leihen. Selbst bei Rekordimporten bleibt die sogenannte Leihgebühr – der Satz, den Händler für die vorübergehende Nutzung von Silber zahlen – auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.
Silber profitiert zudem von der Hoffnung auf eine steigende industrielle Nachfrage, etwa aus der Solarenergie- und Technologiesparte, wo das Metall als leitfähiges Material unverzichtbar ist.
Die Rally wird zusätzlich durch die Erwartung befeuert, dass die Federal Reserve (die US‑Notenbank) noch in diesem Monat die Zinsen senken wird. Laut Terminmarkt liegt die Wahrscheinlichkeit dafür inzwischen bei 87,6 Prozent.
In der Nacht äußert sich Fed-Chef Jerome Powell, was zusätzliche Klarheit über den künftigen Zinskurs bringen könnte. Niedrigere Zinsen machen Edelmetalle attraktiver. Sinkende Sparzinsen verringern den Anreiz, Geld auf dem Konto zu parken. Anleger suchen dann nach Alternativen wie Edelmetallen, die ihren Wert in unsicheren Zeiten besser bewahren können.
Nicht nur Silber befindet sich im Aufwind. Der Goldpreis erreichte am Montag mit 4.255 US‑Dollar je Unze den höchsten Stand seit sechs Wochen. Im Oktober hatte Gold mit etwas mehr als 4.381 US‑Dollar ein Allzeithoch markiert. Anschließend fiel der Preis wieder unter 3.900 US‑Dollar, doch inzwischen befindet sich auch Gold klar auf Erholungskurs.
Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um fast 62 Prozent gestiegen. Damit erlebt das Edelmetall sein stärkstes Jahr seit den 1970er‑Jahren. Damals startete Gold eine jahrelange Rally, nachdem Präsident Nixon 1971 die Bindung des US‑Dollars an Gold aufhob.
Der aktuelle Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass BRICS‑Staaten in großem Stil physisches Gold kaufen. Sie tun dies nicht, um kurzfristige Gewinne einzustreichen, sondern um ihre Abhängigkeit vom US‑Dollar zu verringern. BRICS ist ein Verbund aufstrebender Volkswirtschaften, darunter China, Russland, Indien, Brasilien und Südafrika. Ihre Strategie setzt das globale Finanzsystem, das seit Jahrzehnten vom Dollar dominiert wird, zunehmend unter Druck.
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