Nach einem deutlichen Kursrückgang des Ethereum (ETH) in der vergangenen Woche herrscht bei Anlegern verständlicherweise Unsicherheit. Die entscheidende Frage ist, ob die digitale Währung weiter fallen wird oder ob wir den Tiefpunkt bereits erreicht haben. Joao Wedson hat hierzu eine umfassende On-Chain-Analyse durchgeführt. Seiner Meinung nach steht ETH an einem entscheidenden Wendepunkt.
Ethereum-Kurs erreicht Kapitulationszone
Laut On-Chain-Daten von Joao Wedson, CEO und Gründer der Analyseplattform Alphractal, befindet sich Ethereum derzeit in einer sogenannten Kapitulationszone. Das bedeutet, dass viele Anleger in Panik ihre ETH verkaufen, oft mit Verlust. Historisch gesehen ist dies häufig ein Vorläufer für einen Marktboden.
Der Analyst verweist dabei auf die MVRV Z-Score, einen Indikator, der misst, ob ein Kryptotoken über- oder unterbewertet ist. Der aktuelle Wert von -0,42 zeigt, dass der Marktwert von ETH deutlich unter dem durchschnittlichen Kaufpreis der Anleger liegt.
Wedson betont jedoch, dass es wichtig ist, die Zahlen im Kontext zu sehen. Obwohl der aktuelle Wert niedrig ist, liegt er immer noch über den historischen Tiefstständen. Im Dezember 2018 fiel der Z-Score beispielsweise auf -0,76, ein Niveau, das mit einem Markttief einherging.
Er fügt hinzu: „Kapitulation ist kein einmaliges Ereignis. Es ist ein Prozess, der aus mehreren Erholungsversuchen, falschen Umkehrungen und dem allmählichen Rückzug schwächerer Marktteilnehmer besteht.“ Seiner Ansicht nach steht der Markt bereits erheblich unter Druck, aber historisch gesehen gibt es noch Spielraum für weitere Rückgänge, bevor ein endgültiger Boden erreicht wird.
Der niedrige Z-Score geht mit erheblicher Volatilität einher. Ethereum fiel letzte Woche auf ein Tief von fast 1.700 Dollar. Inzwischen hat sich der Kurs leicht erholt und liegt zum Zeitpunkt des Schreibens knapp über 2.000 Dollar.

ETH-Kurs bleibt instabil, aber es gibt Hoffnung
Die Lage rund um Ethereum bleibt unsicher. Obwohl Indikatoren darauf hindeuten, dass sich der Markt einem Boden nähert, schließt Wedson weitere Rückgänge nicht aus.
Dennoch könnte sich kurzfristig etwas Hoffnung abzeichnen. Der niederländische Analyst Ted weist auf eine große Menge an Liquidität hin, die oberhalb des aktuellen Ethereum-Kurses liegt. Dabei handelt es sich vor allem um gehebelte Short-Positionen, die bei einem Kursanstieg zwangsweise geschlossen werden müssen. Solche Liquidationen könnten zusätzlichen Kaufdruck erzeugen und den Kurs kurzfristig beschleunigen. Laut ihm liegt die wichtigste Liquiditätszone zwischen 2.200 und 2.400 Dollar.
Gelingt es ETH, die 2.150 Dollar zurückzuerobern, könnte dies laut Ted eine Aufwärtsbeschleunigung in Richtung dieser Zone auslösen. Im günstigsten Fall würde dies einen Anstieg von fast 20 Prozent bedeuten. Damit könnte sich trotz anhaltender fundamentaler Unsicherheit Raum für eine technische Erholung ergeben.
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