Der amerikanische Arbeitsmarkt rutscht blitzschnell in die falsche Richtung. Damit scheint es fast unvermeidlich, dass die Zentralbank nächste Woche die Zinsen senkt. Während zunächst noch bezweifelt wurde, ob es zu einem Eingriff kommen würde, dreht sich die Diskussion jetzt hauptsächlich um die Frage: Wird dies vielleicht eine historische Zinssenkung?
Auf der Kryptovorhersageplattform Polymarket wagt jedenfalls einer der größten Spieler, sein Geld darauf zu setzen.
226.000 Dollar Gewinn auf dem Tisch
Es handelt sich um JustWakingUp, der als der erfolgreichste Trader der auf Blockchain basierenden Wettplattform bekannt ist. Er hat bereits fast 400 Millionen Dollar an Volumen gedreht und mehr als 2 Millionen Dollar Gewinn erzielt.
Nun hat er 15.000 Dollar auf eine Zinssenkung von 50 Basispunkten, also 0,50 Prozentpunkten, nächste Woche gesetzt. Sollte die Federal Reserve (lies: Amerikanische Zentralbank) tatsächlich zu einem solch seltenen Eingriff entscheiden, dann würde er über 226.000 Dollar Gewinn einstreichen.
Die Fed hat in ihrer gesamten Existenz nur elfmal eine derart drastische Maßnahme ergriffen. Dies war fast immer in Krisenzeiten, wie dem Dotcom-Crash in 2001, der Kreditkrise von 2007-2008 oder der COVID-19-Pandemie in 2020. Letzten September wurde es allerdings vorsorglich getan.
Wir können diesen Moment nicht direkt eine Krise nennen, aber von einer rein präventiven Maßnahme kann auch keine Rede mehr sein. Das Jobwachstum hat sich deutlich verlangsamt und die Arbeitslosigkeit ist auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren.
Auf Polymarket erwarten 82 Prozent aller Händler eine Zinssenkung von 25 Basispunkten und 14 Prozent denken an 50 Basispunkte.
Daten der CME Group zeigen ein ähnliches Bild. 91,8 Prozent erwarten 25 Basispunkte und 8,2 Prozent das Doppelte.
Interessanterweise schließt sich die große britische Bank Standard Chartered JustWakingUp an. Gestern konnte man lesen , dass die Analysten ihre Erwartungen von 25 auf 50 Basispunkte erhöht haben.
Die Bank nennt den Arbeitsbericht von August als Anlass: Es wurden nur 22.000 Jobs hinzugefügt, während Ökonomen mit 75.000 gerechnet hatten. Auch einen Monat zuvor kamen die Zahlen bereits viel niedriger herein.
Laut der Bank ist der amerikanische Arbeitsmarkt von „solide zu schwach“ geworden und eine „Aufholaktion“ durch die Fed notwendig.
Größte Arbeitsmarktkorrektur aller Zeiten verstärkt Sorgen
Darüber hinaus kam gestern die größte Korrektur aller Zeiten auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt. Das Bureau of Labor Statistics (BLS) hat die Zahlen von April 2024 bis März 2025 um 911.000 Jobs nach unten korrigiert.
Das bedeutet, dass durchschnittlich 76.000 Jobs pro Monat weniger geschaffen wurden als gedacht. Letzten Monat wurden auch bereits 285.000 Jobs aus den Zahlen gestrichen, wodurch Juni sogar der erste negative Monat seit der Pandemie wurde.
Niedrigere Zinsen sind gute Nachrichten für Bitcoin (BTC) und Krypto, weil die Liquidität (die Geldmenge) zunimmt. Geld zu leihen wird billiger und somit attraktiver. Aber die Wirtschaft darf nicht zu schnell zurückgehen, denn eine Rezession würde gerade zu einer Kapitalflucht führen.
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