Der aktuelle Kryptomarktzyklus unterscheidet sich von früheren Phasen. Während frühere Bullenmärkte oft von privaten Anlegern getragen wurden, scheint diese Phase zunehmend das Terrain großer Finanzinstitute zu sein.
Nach Ansicht von Exodus-Chef JP Richardson ist dies so offensichtlich, dass er behauptet, Institutionen befinden sich bereits in einem Bullenmarkt, während Privatanleger kaum merken, dass dieser im Gange ist.
Das ist ein bemerkenswerter Gedanke, doch er passt zu mehreren Signalen, die derzeit gleichzeitig sichtbar sind.
Große Akteure prägen den Markt
Richardson zufolge hat sich das institutionelle Engagement in diesem Jahr beschleunigt, während private Anleger weitgehend abwesend bleiben. Er verweist auf eine Reihe von Entwicklungen, die in früheren Zyklen viel weniger selbstverständlich waren.
Beispiele dafür sind:
- ein Stablecoin-Markt, der neue Rekorde aufstellt
- die Einführung eines Bitcoin ETF durch Morgan Stanley
- traditionelle Akteure, die Krypto-Abteilungen aufbauen
- und immer mehr Verbindungen zwischen Krypto und klassischen Finanzprodukten
Seine Argumentation ist klar: In früheren Bärenmärkten zogen sich die Institutionen zusammen mit den Privatanlegern zurück. Diesmal geschieht laut ihm das Gegenteil.
Warum der Einzelhandel fehlt
Die Erklärung liegt laut mehreren Marktkennern weniger in einem Desinteresse an Krypto als Idee, sondern in der finanziellen Realität vieler Haushalte.
Michaël van de Poppe bringt es auf den Punkt: Viele Menschen haben einfach Schwierigkeiten, jeden Monat ihre Rechnungen zu bezahlen. In einem solchen Umfeld ist es verständlich, dass weniger Geld für spekulative Anlagen in Krypto zur Verfügung steht.
Die Begründung ist einfach:
- die Lebenshaltungskosten bleiben hoch
- viele Haushalte haben ein geringeres verfügbares Einkommen
- daher bleibt weniger Geld für spekulative Investitionen übrig
- und deshalb bleibt der Einzelhandel in diesem Zyklus häufiger an der Seitenlinie
Daten bestätigen dieses Bild
Laut der vorgelegten Analyse zeigte auch CryptoQuant, dass die Einzelhandelsaktivität Anfang dieses Monats auf das niedrigste Niveau seit neun Jahren gefallen ist. Insbesondere auf Binance sei der Zufluss aus kleinen Konten stark zurückgegangen.

Das ist ein wichtiges Signal, da es zeigt, dass sich die Marktstruktur verändert. Weniger kleine Spekulanten bedeuten, dass der Bitcoin Kurs stärker in den Händen größerer Akteure liegt, tiefere Kapitalströme und langsamere Allokationen dominieren.
Was das für diesen Zyklus bedeutet
Wenn diese Einschätzung zutrifft, erleben wir einen anderen Bullenmarkt als 2021. Weniger explosiv, weniger durch Hype und FOMO getrieben, aber möglicherweise länger und institutioneller geprägt.
Das hat zwei Konsequenzen:
- der Markt könnte zäher und langsamer ansteigen
- aber auch weniger abhängig von reiner Emotion und Panikverkäufen werden
Das bedeutet nicht, dass die Volatilität verschwindet. Kurzfristig bleibt die Stimmung laut der Analyse fragil und stark abhängig von makroökonomischen Faktoren wie Öl, dem Dollar und Inflationserwartungen.
Die Botschaft von Exodus und anderen Analysten ist also klar. Dieser Kryptomarktzyklus ähnelt zunehmend weniger einer klassischen Einzelhandels-Euphorie und immer mehr einer institutionellen Aufbauphase.
Bitcoin-Kurs bei 50.000 $? Analysten fürchten Crash-Wiederholung von 2022
Analysten warnen vor einem möglichen Bitcoin-Rückgang in Richtung 50.000 Dollar, während zunehmend Signale auf Marktpanik hindeuten.
Andrew Tate verlor 86 Prozent seines Trading-Accounts an einem Tag nach einer Bitcoin-Wette
Andrew Tate wurde achtmal auf Hyperliquid liquidiert nach gescheiterten Bitcoin-Trades mit hohem Hebel und verlor fast seine gesamte Einzahlung.
Französisches Unternehmen strebt 105 Milliarden Euro an, um Bitcoin zu kaufen
Das französische Unternehmen Capital B darf bis zu 105 Milliarden Euro aufnehmen, um seine Bitcoin-Bestände massiv auszubauen. Das Vorhaben im Überblick.
Meistgelesen
Kann der XRP-Kurs auf 10.000 Dollar steigen? Das sagt ein Analyst
Wird der Wert von XRP durch Spekulation oder echten Einsatz bestimmt? Analyst Eri erklärt, wie kollektives Vertrauen den Kurs beeinflusst.
XRP-Investoren verkaufen verstärkt mit Verlust – ein positives Zeichen
XRP-Investoren verkaufen zunehmend mit Verlust, ein Signal, das laut On-Chain-Daten häufig in der Nähe von Tiefpunkten auftritt.
Analyst sieht bedeutendes Signal für XRP: ‚Ein Gigapump steht bevor‘
Ein Analyst prognostiziert einen bedeutenden Kursanstieg für XRP und verweist auf eine wichtige Unterstützungsmarke. Es handelt sich jedoch um eine spekulative Einschätzung.
