Der Kryptomarkt hat sich seit Oktober fast halbiert, doch Grayscale sieht nun einen Silberstreif am Horizont. Das Forschungsteam des Vermögensverwalters bezeichnet die aktuellen Kurse von Altcoins wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL) als „möglicherweise sehr attraktive Einstiegsgelegenheiten“ und weist auf eine auffällige Kluft zwischen Bewertung und Fundamentaldaten hin.
Altcoins halten sich überraschend stabil
Zach Pandl, Forschungsleiter bei Grayscale, schrieb am Donnerstag in einem Blogpost, dass das Unternehmen „nicht mit Sicherheit sagen kann, dass der Kryptomarkt einen Boden erreicht hat.“ Dennoch zeigt er sich auffallend positiv darüber, wie sich Altcoins in den vergangenen Wochen behauptet haben.
„Altcoins haben im vergangenen Monat bemerkenswert gut abgeschnitten, insbesondere angesichts der herausfordernden makroökonomischen Bedingungen,“ sagte Pandl gegenüber Decrypt. Er verwies dabei auf den Konflikt zwischen den USA und Israel mit Iran und den deutlichen Rückgang der Aktienmärkte.
Die Zahlen zeigen einen bemerkenswerten Kontrast. Während der S&P 500 im März um etwa 5 Prozent fiel, stieg der Grayscale Crypto Sectors Index um etwa 4 Prozent. Ethereum kletterte im vergangenen Monat um 9,2 Prozent auf 2.160 Dollar, und Chainlink legte um 3,8 Prozent zu. Solana hingegen verzeichnete einen kleinen Verlust von 1,9 Prozent.
Diskrepanz zwischen Kurs und Fundamentaldaten
In den Monaten davor hatten die Kryptokurse erhebliche Rückschläge erlitten. Der gesamte Kryptomarkt ist seit dem Höchststand im Oktober von 4,37 Billionen Dollar auf 2,47 Billionen Dollar geschrumpft, was einem Rückgang von 43 Prozent entspricht.
Laut Pandl hat sich dadurch eine auffällige Kluft zwischen den niedrigen Bewertungen und den sich verbessernden Fundamentaldaten aufgetan. Er weist auf die zunehmende Akzeptanz von Stablecoins, das Aufkommen von Tokenisierung (die Umwandlung traditioneller Investitionen wie Aktien oder Immobilien in die Blockchain) und die wachsende Klarheit in Bezug auf Regulierung hin.
„Das bietet eine überraschende Gelegenheit,“ so Pandl. „Bitcoin wird weniger von regulatorischer Klarheit und der Akzeptanz tokenisierter Produkte profitieren als viele dieser Assets.“
Das liegt daran, wo das Wachstum stattfindet. Die am schnellsten wachsenden Sektoren im Kryptobereich, wie Stablecoins (digitale Währungen mit einem festen Wert wie der Dollar), Tokenisierung (die Übertragung traditioneller Investitionen wie Aktien oder Immobilien auf die Blockchain) und dezentrale Finanzdienstleistungen, basieren fast alle auf Netzwerken wie Ethereum und Solana.
Diese Netzwerke sind dafür ausgelegt, komplexe Programme auszuführen. Bitcoin kann das schlichtweg nicht.
Der Clarity Act, ein US-amerikanischer Gesetzesvorschlag, der derzeit im Senat behandelt wird, soll klare Spielregeln für genau diese Anwendungen schaffen. Tokenisierung und DeFi sind zwei der meistdiskutierten Bestandteile des Gesetzesvorschlags. Sobald diese Regeln in Kraft treten, erwartet Grayscale, dass die Nachfrage nach Netzwerken wie Ethereum und Solana erheblich steigen könnte.
Altcoins sind von Bitcoin abhängig
Grayscale sieht die jüngste Preisentwicklung von Altcoins als „vielversprechend“ an. „Altcoins werden nahe dem unteren Ende ihrer Bandbreite der letzten drei Jahre gehandelt, was eine möglicherweise attraktive Einstiegsmöglichkeit bietet,“ heißt es.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Altcoins stark von Bitcoin (BTC) abhängig sind. Wenn die größte Kryptowährung noch nicht fertig mit dem Rückgang ist, wird es für andere Coins schwierig, sich zu behaupten.
Da die Bärenmärkte von Bitcoin in der Vergangenheit stets etwa ein Jahr dauerten, ist es ratsam, weiterhin mit niedrigeren Kursen zu rechnen. Zudem gibt es noch zahlreiche Charts, die auf einen weiteren Rückgang hindeuten. So liegt der Bitcoin-Kurs beispielsweise immer noch deutlich unter dem durchschnittlichen Kaufpreis jüngster Investoren.
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