Vermögensverwalter Grayscale erwartet, dass Bitcoin im Jahr 2026 neue Rekordstände erreichen kann. Damit stellt sich das Unternehmen gegen die weit verbreitete Theorie, dass Bitcoin alle vier Jahre ein Hoch markiert und danach in eine lange Korrekturphase eintritt.
Keine Wiederholung des traditionellen Zyklus
In einem am Montag veröffentlichten Bericht schreibt Grayscale Research, dass der bekannte Vierjahreszyklus, der mit den Halbierungen der Bitcoin-Produktion verknüpft ist, aus ihrer Sicht nicht länger eine verlässliche Orientierung bietet. Die Analysten erwarten, dass die Kryptowährung schon 2026 neue Höchststände erreichen kann – trotz des jüngsten Kursrückgangs von gut 30 Prozent seit Oktober.
Nach Ansicht von Grayscale sind Rücksetzer von 25 Prozent oder mehr in einem Bullenmarkt normal und kein Beleg für eine lang anhaltende Abwärtsphase.
Warum der Zyklus nach Ansicht von Grayscale bricht
Der Vermögensverwalter nennt mehrere Entwicklungen, die dieses Marktverhalten verschieben könnten:
- Keine parabolische Blow-off-Top: In früheren Zyklen schoss der Bitcoin-Kurs zunächst extrem nach oben, bevor eine scharfe Korrektur einsetzte. Dieses Muster ist in diesem Jahr ausgeblieben.
- Institutionelle Dominanz: Der aktuelle Markt wird von ETFs und börsennotierten Bitcoin-Unternehmen dominiert, nicht von kurzfristig orientiertem Privathandel an Kryptobörsen. Das dürfte für mehr Stabilität sorgen.
- Rückenwind durch die Makroökonomie: Mögliche Zinssenkungen, ein Ende von QT und politische Unterstützung für neue US-Kryptogesetze wirken als Rückenwind.
Tom Lee: „Fundamentaldaten verbessern sich, während die Kurse fallen“
Tom Lee, CEO des Ethereum-Unternehmens BitMine, schließt sich dieser Analyse an. Auf X schreibt er, dass der Kryptomarkt 2025 gefallen ist, während sich wichtige Kennzahlen wie die Zahl der Wallets, die On-Chain-Aktivität, die Transaktionsgebühren und die Tokenisierung verbessert haben.
Nach Lee macht dies das Verhältnis von Risiko und Ertrag für sowohl Bitcoin als auch Ethereum attraktiv. In einem Interview mit CNBC bekräftigte er zudem seine Einschätzung, dass Bitcoin schon im Januar ein neues Allzeithoch erreichen könnte.
Der Kryptomarkt steht derzeit unter Druck durch geringere Liquidität und abkühlende Handelsvolumina. Das hat die Sorge geschürt, Bitcoin könne erneut in einen lang anhaltenden Abwärtszyklus geraten.
Grayscale und andere Analysten weisen jedoch darauf hin, dass dieses Bild täuschen könnte. Die strukturelle Nachfrage von institutionellen Investoren, kombiniert mit einer zunehmend lockereren Geldpolitik, könnte ihrer Ansicht nach vielmehr die Grundlage für neue Kursanstiege legen.
US-Vizepräsident J.D. Vance hält Bitcoin im Wert von bis zu 500.000 Dollar
Aus der Vermögensoffenlegung geht hervor, dass die Bitcoin-Bestände über ein Konto bei der Kryptobörse Coinbase gehalten werden.
Trump verteidigt Krypto-Einnahmen in Milliardenhöhe: „Daran ist nichts auszusetzen“
Trump äußert sich zu seinen Krypto-Einnahmen von 1,4 Milliarden Dollar: Er will davon nichts gewusst haben, hält sie aber für vollkommen legal.
Seltenes Kaufsignal deutet auf Erschöpfung der Bitcoin-Verkäufer hin
Ein seltener On-Chain-Indikator sprang auf Grün. Laut CryptoQuant ist die Kapitulation jedoch noch nicht abgeschlossen, der Kurs könnte weiter fallen.
Meistgelesen
Machine-Learning-Algorithmus sagt XRP-Kurs für den 1. Juli 2026 voraus
KI-Modelle prognostizieren weitere Schwäche für XRP. Große Abverkäufe durch Wale und sinkende Aktivität belasten den Kurs erheblich.
XRP verschwindet in großem Stil von Binance: Was bedeutet das für den Kurs?
Viele XRP-Halter ziehen ihre Coins von der Kryptobörse Binance in eigene Wallets ab. Kann das dem Kurs neuen Schwung geben?
AI-Prognose: Wie wahrscheinlich ist es, dass XRP bis 2030 auf 20 Dollar steigt?
Das KI-Modell ChatGPT schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen XRP-Kurs von 20 Dollar im Jahr 2030 als gering ein. Die mittlere Prognose liegt deutlich niedriger.
