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Google Cloud und PayPal erkennen in Kryptowährungen eine wichtige Rolle für die Zukunft des Online-Zahlungsverkehrs. Laut den Führungskräften beider Unternehmen sind traditionelle Banksysteme für autonome KI-Agenten, die eigenständig Transaktionen durchführen, untauglich.
Auf der CoinDesk Consensus-Konferenz in Miami erklärten die Unternehmen, warum Kryptowährungen ihrer Ansicht nach besser zur zunehmenden Verbreitung von künstlicher Intelligenz und automatisiertem Online-Handel passen.
KI-Agenten sind intelligente Softwaresysteme, die eigenständig Aufgaben erledigen können, wie Produkte vergleichen, Reservierungen vornehmen oder Online-Einkäufe tätigen. Laut Richard Widmann, globaler Leiter der Web3-Strategie bei Google Cloud, stoßen diese Systeme direkt an die Grenzen des aktuellen Finanzsystems.
„Ein KI-Agent kann kein Bankkonto eröffnen. Das ist nicht kompliziert, es ist schlichtweg unmöglich“, sagte Widmann auf der Veranstaltung.
Den bestehenden Zahlungsnetzen zufolge sind diese für Menschen und Unternehmen entwickelt worden, nicht für autonome Software. Kryptowährungen sind daher laut Google eine logischere Alternative, weil digitale Assets programmierbar und direkt für Computersysteme nutzbar sind.
„Krypto ist eine perfekte, für Maschinen lesbare Zahlungslösung“, so Widmann.
Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat das Unternehmen das „Agentic Payments Protocol“ (AP2) eingeführt. Das offene Protokoll soll KI-Agenten die sichere Abwicklung digitaler Zahlungen ermöglichen.
Das Protokoll ist bei der FIDO Foundation angesiedelt, einer Organisation, die sich auf sichere digitale Standards spezialisiert hat. Mittlerweile unterstützen mehr als 120 Partner, darunter PayPal, das Vorhaben.
Widmann zufolge sind offene Standards notwendig, um zu verhindern, dass der Markt durch geschlossene Ökosysteme großer Technologieunternehmen abgeschottet wird.
Auch PayPal erwartet, dass KI-Agenten eine bedeutende Rolle im E-Commerce und im digitalen Zahlungsverkehr spielen werden. Laut May Zabaneh, der Leiterin der Krypto-Abteilung bei PayPal, steht der Online-Handel erneut vor einem großen Wandel.
Ihrer Meinung nach verlagerte sich der Handel zunächst von physischen Geschäften zu Webshops und dann zu mobilen Apps. Der nächste Schritt sei laut PayPal eine Wirtschaft, in der KI-Agenten selbstständig im Namen der Nutzer Produkte und Dienstleistungen erwerben.
Dabei sieht PayPal großes Potenzial in Stablecoins wie PYUSD, dem eigenen digitalen Dollar des Unternehmens. Stablecoins sind Kryptowährungen, die an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind und daher weniger volatil sind als etwa Bitcoin.
Zabaneh zufolge sind diese digitalen Währungen ideal für KI-Systeme, die automatisch Zahlungen durchführen müssen.
Eine aktuelle Untersuchung von PayPal zeigt, dass inzwischen 95 Prozent der Verkäufer Traffic durch KI-Agenten auf ihren Websites verzeichnen. Dennoch verfügen nur 20 Prozent über maschinenlesbare Produktkataloge, die für KI-Systeme geeignet sind.
Dadurch können viele KI-Agenten Produkte noch nicht ausreichend analysieren oder verarbeiten.
PayPal zufolge müssen Unternehmen ihre Websites und Produktinformationen anpassen, um für diese neue Form des digitalen Handels gerüstet zu sein.
„Verkäufer müssen bereit sein für dieses neue Zeitalter“ sagte Zabaneh.
Neben den Chancen, die KI und Krypto bieten, sehen Google und PayPal auch Risiken. So bleibt beispielsweise die Frage offen, wer verantwortlich ist, wenn ein KI-Agent einen Fehlkauf tätigt oder unerwünschte Transaktionen durchführt.
Zudem spielt die Sicherheit eine bedeutende Rolle. Google arbeitet daher an Systemen, bei denen KI-Agenten niemals die vollständige Kontrolle über Kryptoguthaben erhalten.
Widmann zufolge sollte ein KI-Agent nur einen Teil eines digitalen privaten Schlüssels verwalten dürfen, sodass vor der Durchführung von Transaktionen zusätzliche Kontrollen erforderlich bleiben.
„Ein Agent sollte niemals eigenständig Geld überweisen können“, so Widmann.
Obwohl die Technologie noch in der Entwicklung ist, erwarten Google und PayPal, dass KI-Agenten und Kryptowährungen innerhalb der digitalen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.
Vor allem die Integration in bestehende Banken, Zahlungsnetzwerke und die Finanzinfrastruktur bleibt vorerst eine Herausforderung. Dennoch sind beide Unternehmen überzeugt, dass KI und Krypto zusammen die Basis für eine neue Generation des Internethandels bilden können.
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