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Goldman Sachs wagt einen weiteren Schritt in Richtung Krypto, jedoch auf unkonventionelle Weise. Die Bank hat einen Antrag für einen Bitcoin (BTC) ETF eingereicht, der selbst keine Bitcoins kauft.
Stattdessen investiert der Fonds in bestehende Bitcoin-Fonds, unter anderem von BlackRock und Fidelity, und verkauft Optionen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Eine Konstruktion, die zu Wall Street passt: Exposition gegenüber Bitcoin, ohne die Coin selbst zu berühren.
Der Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF erwirbt Anteile an bestehenden Spot-Bitcoin-ETFs. Steigt Bitcoin, bewegt sich der Fonds im Prinzip mit. Bis hierhin nichts Ungewöhnliches.
Das Besondere liegt in der Optionsstrategie. Der Fonds verkauft sogenannte Call-Optionen auf diese Bitcoin-Produkte. Das funktioniert folgendermaßen: Andere Investoren zahlen Goldman für das Recht, später Bitcoin zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Diese Zahlung, die Prämie, ist ein direkter Ertrag für den Fonds.
Der Vorteil ist, dass Anleger eine stabilere Einkommensquelle erhalten, auch wenn Bitcoin seitwärts tendiert. Der Nachteil ist ebenso klar: Steigt Bitcoin stark, muss der Fonds einen Teil dieses Gewinns an die Optionskäufer abgeben. Goldman weist in dem Antrag selbst darauf hin.
Tatsächlich werden zwischen 40 und 100 Prozent der Bitcoin-Exposition für diese Optionsstrategie genutzt.
Das Produkt richtet sich an Investoren, die zwar Bitcoin-Exposition, aber nicht die volle Volatilität wollen. Im Austausch für ein begrenztes Aufwärtspotenzial erhalten sie stabilere Einnahmen. Es ist vergleichbar mit Dividendeninvestitionen, nur dass es sich um Bitcoin handelt.
Anleger müssen sich keine Sorgen über die Verwaltung von Krypto oder die Speicherung von Schlüsseln machen. Alles läuft über ein reguliertes Börsenprodukt.
Goldman ist nicht die einzige große Bank, die sich bewegt. Morgan Stanley brachte kürzlich einen eigenen Spot-Bitcoin-ETF mit einer Gebühr von nur 0,14 Prozent auf den Markt, eine der niedrigsten im Sektor. In den ersten sechs Monaten ist der Fonds sogar kostenlos bis zu einem Zufluss von 5 Milliarden Dollar. BlackRock verlangt 0,25 Prozent.
JPMorgan geht einen anderen Weg. Die Bank führte Ende letzten Jahres den JPM Coin ein, einen eigenen Depositotoken auf dem Ethereum (ETH)-Netzwerk, mit dem Kunden Guthaben transferieren können.
Jede Bank wählt einen eigenen Weg, aber die Richtung ist dieselbe. Krypto wird Teil des Standardangebots an der Wall Street. Der Unterschied liegt noch in der Verpackung. Goldman setzt auf Vorsicht und ertragsorientiert. Morgan Stanley geht günstig und direkt vor. JPMorgan baut eigene Infrastruktur.
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