Der Goldpreis zeigt extreme Schwankungen und verdeutlicht, wo sich Anleger momentan am sichersten fühlen. An einem Handelstag stieg Gold um über 4 Prozent auf über 5.500 Dollar pro Feinunze. Damit erhöhte sich der gesamte Marktwert von Gold um etwa 1,65 Billionen Dollar. Das ist fast so viel wie der gesamte Marktwert von Bitcoin.

Flucht in Edelmetalle setzt sich fort
Dieser Vergleich ist bemerkenswert. Während Gold an einem Tag fast den Wert von einer „Bitcoin“ hinzugewann, blieb der Bitcoin-Kurs unter Druck. Die Kryptowährung bewegt sich seit Monaten seitwärts bis abwärts, nachdem die massive Marktkorrektur Anfang Oktober zu Liquidationen in Milliardenhöhe führte.
Der starke Anstieg von Gold und Silber wird als Teil des sogenannten „Debasement Trade“ gesehen. Anleger suchen Schutz vor steigenden Staatsschulden, Haushaltsdefiziten und zunehmenden Zweifeln an der Politik der Zentralbanken. Auch Silber profitiert von dieser Bewegung und stieg innerhalb einer Woche um mehr als 20 Prozent im Wert.
Gemeinsam vergrößern Gold und Silber ihren Vorsprung vor anderen großen Anlageklassen, darunter Aktien und Kryptowährungen. An den Finanzmärkten wird dies als Zeichen wachsender Unsicherheit über Fiatwährungen und Staatsanleihen gewertet.
Gold übertrifft Bitcoin
Auch langfristig ist das Bild auffällig. In den vergangenen fünf Jahren stieg Gold um 173 Prozent, während Bitcoin im gleichen Zeitraum 164 Prozent zulegte. Das ist bemerkenswert, da Bitcoin oft als überlegener Schutz gegen monetäre Entwertung dargestellt wird.
Die aktuelle Divergenz zeigt, dass Anleger in Stresszeiten nach wie vor primär auf traditionelle sichere Häfen setzen.
Institutionelle Anleger bleiben optimistisch für Bitcoin
Trotzdem ist die Stimmung rund um Bitcoin nicht durchweg negativ. Eine aktuelle Umfrage von Coinbase zeigt, dass über 70 Prozent der institutionellen Anleger Bitcoin auf dem aktuellen Preisniveau für unterbewertet halten. Etwa 80 Prozent geben an, bereit zu sein, ihre Positionen bei weiteren Kursrückgängen zu halten oder auszubauen.
Dieser Kontrast unterstreicht den Unterschied zwischen kurzfristigem und langfristigem Denken. Während der Goldmarkt sich derzeit in einer Phase extremer Euphorie befindet, bleibt Bitcoin in Unsicherheit gefangen. Nicht, weil das Vertrauen vollständig verloren ging, sondern weil Anleger momentan Sicherheit höher schätzen als potenzielle Rendite.
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