Nach den Turbulenzen von gestern verschieben Anleger heute ihr Kapital erneut. Gold und Silber gehörten gestern zu den wenigen Gewinnern, sind jedoch jetzt die auffälligen Verlierer.
Es handelt sich um die zwei größten Vermögenswerte der Welt, die in den letzten zwölf Stunden mehr als eine Billion Dollar an Marktwert verloren haben.
Gold bleibt auf Kurs für neues Rekordhoch
Gold ist heute um 1,56 Prozent gefallen, während Silber einen leichten Verlust von 0,40 Prozent verzeichnet. Innerhalb von zwölf Stunden haben die Edelmetalle 1,1 Billionen Dollar an Marktwert eingebüßt.
Das entspricht fast der Marktkapitalisierung von Bitcoin. Dabei war das nicht einmal eine besonders spektakuläre Bewegung. In der jüngeren Vergangenheit haben wir deutlich drastischere Entwicklungen erlebt.
Beide Edelmetalle erreichten Ende Januar ihren Höchststand. Gold war seit Anfang 2025 um 114 Prozent gestiegen und stürzte dann innerhalb von drei Tagen um mehr als 21 Prozent ab. Silber legte in diesem Zeitraum um 323 Prozent zu und fiel um 41 Prozent.
Obwohl Gold heute stärker gefallen ist, zeigt es sich technisch besser aufgestellt als Silber. Laut dem Analysten Micro2Macr0 handelt es sich um einen Retest des Ausbruchs aus einem steigenden Keil, einem Muster, bei dem sich der Kurs innerhalb aufwärts verlaufender Linien bewegt. Gelingt es Gold, nicht weiter zu sinken, könnte ein neuer Angriff auf das Rekordhoch bevorstehen.
Zuvor war bereits zu lesen, dass sich Bitcoin (BTC) heute wieder erholt. Die größte Kryptowährung hat sich seit dem Tiefpunkt am Morgen um 3 Prozent erholt, verzeichnet jedoch immer noch ein Tagesminus von fast 1 Prozent.
Gleichzeitig zeigt sich auch die Wall Street in Grün. Der S&P 500 ist um 0,68 Prozent gestiegen und der Nasdaq 100 sogar um 1,04 Prozent.
Gold und Silber profitierten von der Unruhe
Ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang gestern war ein Bericht von Citrini Research, der ein Zukunftsszenario skizziert, in dem künstliche Intelligenz (KI) zu massiver Arbeitslosigkeit, sinkenden Konsumausgaben und steigenden Zahlungsausfällen auf Krediten führt.
Darüber hinaus reagierten die Märkte auch auf die Unsicherheiten, die Donald Trump mit seinen höheren Importzöllen auslöst. Der US-Präsident kündigte am Freitag einen weltweiten Zoll von 10 Prozent an, nachdem der Oberste Gerichtshof frühere Notfallzölle aufgehoben hatte. Einen Tag später wurden diese auf 15 Prozent erhöht.
Gold und Silber sind als sichere Häfen bekannt und profitieren besonders von Unruhen. Kein Wunder, dass diese beiden Vermögenswerte in den letzten Jahren angesichts der weltweiten Entwicklungen stark gestiegen sind.
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