Der Nvidia-Kurs hat Anfang 2026 nicht den Start hingelegt, den viele Anleger erhofft hatten. Obwohl die Aktie seit Ende 2022 als eine der stärksten Bluechips der Welt gilt, fehlt derzeit der Schwung.

Nvidia (NVDA) liegt einige Prozentpunkte unter dem Jahresanfang und wird bei rund 185 Dollar gehandelt. Das wirft Fragen bei Anlegern auf. Handelt es sich um eine gesunde Verschnaufpause nach einer rasanten Rally, oder beginnt das Vertrauen in die Wachstumsstory zu schwinden?

Nvidia-Kurs zwischen großen Versprechungen und wachsender Skepsis

Der schwache Jahresbeginn scheint teilweise auf das negative Momentum vom Ende des letzten Jahres zurückzuführen zu sein. Gleichzeitig kämpft der Markt mit widersprüchlichen Signalen. Einerseits dominiert Nvidia weiterhin technologisch im Bereich der künstlichen Intelligenz. Andererseits wächst der Zweifel, ob alle Erwartungen noch realistisch sind.

Positiv bleibt, dass Nvidia technologisch die Nase vorn hat. Das Unternehmen arbeitet an der neuen Vera Rubin-Chiparchitektur, die später dieses Jahr erscheinen soll. Diese Chips sollen der künstlichen Intelligenz einen weiteren Schub geben. Zudem setzt Nvidia verstärkt auf maßgeschneiderte Lösungen, wie Chips für selbstfahrende Autos und spezialisierte Rechenzentren.

Auch geopolitisch könnte Nvidia profitieren. Später dieses Jahr könnten chinesische Unternehmen wieder Zugang zu Nvidia-Hardware erhalten. Allerdings gibt es dabei eine Einschränkung: Für einige leistungsstarke Chips, wie die H200-Serie, könnte eine vollständige Vorauszahlung erforderlich sein, was die Nachfrage bremsen könnte.

Sorgen über Produktionsengpässe und Gamingmarkt wachsen

Gleichzeitig gibt es Anzeichen, die Anleger nervös machen. Nvidia kündigte an, auf der bevorstehenden CES 2026 keine neuen GPUs vorzustellen. Einige Analysten sehen darin ein Zeichen, dass die Produktionskapazität unter Druck steht, insbesondere durch einen Mangel an fortschrittlichem GDDR7-Speicher, der für KI-Chips benötigt wird.

Auch aus der Community der treuen Nvidia-Fans gibt es Kritik. Die reduzierte Produktion von Gaming-Chips fühlt sich für einige an, als würde eine Fastfood-Kette beschließen, keine Hamburger mehr zu verkaufen, weil Geschäftskunden verstärkt auf Catering setzen. Um diese Lücke zu schließen, erwägt Nvidia, ältere Chipmodelle erneut zu produzieren, da diese einfacher herzustellen sind.

Google Gemini erwartet steigenden Nvidia-Kurs bis Ende Januar

Angesichts dieser widersprüchlichen Signale hat die Nachrichtenseite Finbold Google Gemini konsultiert. Die KI von Google bleibt vorsichtig optimistisch gegenüber Nvidia, erwartet jedoch keine explosive Kurssteigerung kurzfristig.

Laut Gemini besteht eine gute Chance, dass Nvidia Ende Januar höher notiert als jetzt. Das Modell nennt einen Kurs von etwa 196 Dollar als wahrscheinlichstes Szenario. Dieser Anstieg würde durch Optimismus zu Jahresbeginn, anhaltende Nachfrage nach Blackwell-Chips, Hoffnungen auf die Rubin-Architektur und die mögliche Erholung des chinesischen Marktes getragen.

AI sieht Risiko einer KI-Blase, aber Nvidia bleibt relativ sicher

Für den Rest des Jahres 2026 ist Gemini ungewöhnlich optimistisch. Die KI sieht ein Kursziel von etwa 275 Dollar, vor allem wenn die neue Chipgeneration erfolgreich wird und breit in KI-Anwendungen eingesetzt wird.

Gleichzeitig gibt es eine Warnung: Gemini schätzt das Risiko einer platzenden KI-Blase 2026 auf etwa 25 bis 30 Prozent. Dabei wird auf frühere Technologiehypes verwiesen, wie die Dotcom-Ära und den NFT-Boom.

Laut dem Modell könnte eine solche Korrektur wahrscheinlich um die Jahresmitte stattfinden. Nvidia würde relativ gut durch solch eine Phase kommen, da das Unternehmen nicht nur von Hype lebt, sondern tatsächlich die Infrastruktur liefert, auf der der KI-Markt basiert.

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