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Morgen steht Bitcoin (BTC) vor einer großen Bewährungsprobe, die den ohnehin fragilen Markt zusätzlich unter Druck setzen könnte. An der Kryptobörse Deribit laufen Bitcoin-Optionen im Umfang von rund 10 Milliarden US-Dollar aus – und der Großteil setzt auf einen Kursanstieg, der bislang ausbleibt. Die Frage ist, in welche Richtung der Kurs nun ausschlägt.
Kurz erklärt, was Optionen sind: Es handelt sich um Kontrakte, mit denen man sich das Recht sichert, Bitcoin zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Man spekuliert also auf die Kursrichtung, ohne den Coin selbst zu halten.
Ein Call ist eine Wette auf steigende Kurse, ein Put auf fallende. Am Freitag um 16.00 Uhr Ortszeit in Singapur verfallen all diese Kontrakte auf einmal. Dann zeigt sich, wer richtig lag.
Beim Verfall werden die Positionen abgerechnet und bereinigt. Händler, die sich abgesichert haben, müssen dann häufig Bitcoin kaufen oder verkaufen, um ihre Bücher auszugleichen. Diese Welle an Kauf- und Verkaufsorders kann den Kurs deutlich hin und her bewegen.
Es geht um ein beträchtliches Volumen. Die auslaufenden Optionen machen rund 37 Prozent aller offenen Kontrakte auf Deribit aus – der größten Kryptobörse für diese Art von Handel.
Der Großteil der Positionen sind Calls, also Wetten auf steigende Kurse. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt bei 0,83 – ein Hinweis darauf, dass die Optimisten in der Mehrheit sind.
Das Problem für diese Optimisten: Viele Calls liegen „out of the money“. Das bedeutet, dass der vereinbarte Kaufpreis über dem aktuellen Kurs liegt – und der Kontrakt damit keinen Wert hat.
Die Puts sind dagegen vor allem im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar sowie 70.000 bis 75.000 US-Dollar gebündelt. Das liegt nahe am aktuellen Kurs oder sogar darüber – damit sind die Pessimisten derzeit besser positioniert.
„Das Buch war mittelfristig auf höhere Preise ausgerichtet – und trifft nun auf einen Spotkurs, der weggerutscht ist“, sagt Jean-David Pequignot von Deribit. „Die verbreitete Long-Call-Positionierung ist damit aus dem Tritt geraten.“
Durch den Sommer und das näher rückende Quartalsende ist das Handelsvolumen gering. In einem so dünnen Markt kann ein großer, konzentrierter Verfall den Kurs kräftig ausschlagen lassen.
„Verfallsmechanismen räumen Positionen auf – sie geben keine Richtung vor“, relativiert Adam Haeems von der Tesseract Group. Dennoch sieht er Risiken in einem Markt, der nach oben geneigt ist und auf dünnes Handelsvolumen trifft.
„Dünne Orderbücher plus ein konzentrierter Verfall bedeuten, dass die Bewegung am Freitag wahrscheinlich in die Richtung überschießt, in die der Orderflow zuerst kippt – und anschließend wieder zum Mittelwert zurückkehrt, sobald das Dealer-Hedging abgebaut wird“, sagt Haeems. Mit Dealer-Hedging sind die Transaktionen gemeint, mit denen Market Maker ihr Risiko absichern.
Der eigentliche Test komme seiner Ansicht nach erst in der ersten vollen Juliwoche – wenn das Quartalsbuch bereinigt und der Hebel zurückgefahren ist.
Auch abseits des Derivatemarkts hat sich das Bild nicht aufgehellt. Der Bitcoin Kurs fiel gestern auf rund 59.000 US-Dollar – den niedrigsten Stand seit Oktober 2024 – und erholte sich anschließend wieder deutlich über 61.000 US-Dollar.
Der Coin notiert mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch, ein nachhaltiger Aufschwung will nicht gelingen. Besonders heikel: Der Kurs liegt inzwischen unter dem 200-Wochen-Durchschnitt (62.450 US-Dollar).

Schließt die Woche darunter, könnten – ähnlich wie 2022 – einige zähe Monate bevorstehen. Damals ging es anschließend noch einmal um 30 Prozent abwärts, was heute einem Rückgang in Richtung 43.000 US-Dollar entsprechen würde. In diesem Artikel liest du, wie unser technischer Analyst die Bitcoin-Charts derzeit einschätzt.
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