Die französische Regierung ergreift neue Maßnahmen, um Krypto-Anleger besser vor einer besorgniserregenden Entwicklung zu schützen: gewaltsame Überfälle und Entführungen von Personen mit digitalen Vermögenswerten. Das gab Jean-Didier Berger, Staatssekretär im Innenministerium, bekannt.
Berger zufolge hat die Regierung inzwischen eine spezielle Präventionsplattform eingerichtet, auf der sich Menschen für Informationen und Schutz anmelden können. Diese Plattform zieht bereits Tausende von Nutzern an. Darüber hinaus arbeitet er mit Innenminister Laurent Nuñez an einem umfassenderen Plan zur verstärkten Bekämpfung dieser Form von Kriminalität.
Was sind „Wrench Attacks“?
Bei den betreffenden Angriffen handelt es sich um sogenannte „Wrench Attacks“. Anstatt digitale Hacks zu nutzen, setzen Kriminelle dabei auf physischer Gewalt oder Drohungen, um Opfer zur Übertragung ihrer Kryptowährungen zu zwingen. Dazu zählen Entführungen, Erpressung oder Überfälle in den eigenen vier Wänden.
Jüngste Entführung verdeutlicht das Ausmaß des Problems
Die Dringlichkeit des Problems wird durch einen aktuellen Vorfall in der Region Burgund deutlich. Dort wurden eine Mutter und ihr 11-jähriges Kind von vier Verdächtigen entführt. Die Täter forderten 400.000 Euro Lösegeld vom Vater, der in der Kryptowährungsbranche tätig ist. Der Polizei gelang es, die Verdächtigen schnell festzunehmen und die Opfer unverletzt zu befreien.
Zahl der Vorfälle steigt rapide an
Frankreich scheint zunehmend Schauplatz solcher Verbrechen zu werden. Seit Anfang des Jahres wurden bereits 41 kryptobezogene Entführungen gemeldet. Das entspricht im Durchschnitt einem Vorfall alle 2,5 Tage.
Auch international nimmt die Zahl der Fälle zu. Laut dem Cybersicherheitsunternehmen CertiK stieg die Zahl der „Wrench Attacks“ weltweit 2025 um 75 % auf 72 bestätigte Vorfälle. Frankreich verzeichnete mit 19 Fällen die höchste Zahl, während Europa insgesamt etwa 40 % aller Vorfälle ausmachte.
Kriminelle wenden ausgeklügelte Methoden an
Die Täter gehen dabei immer geschickter vor. So wurde kürzlich ein französisches Ehepaar in den Fünfzigern um etwa 1 Million Dollar in Bitcoin beraubt. Die Kriminellen gaben sich als Polizisten aus, um Zugang zu erhalten.
In einem anderen Fall wurden Anfang des Jahres sechs Verdächtige nach der Entführung einer Richterin und ihrer Mutter verhaftet. Auch hier lag ein Erpressungsversuch gegenüber einem Krypto-Unternehmer zugrunde.
Mehr Druck auf die Regierung
Durch die Reihe von Vorfällen wächst der Druck auf die französische Regierung, schnell und effektiv einzugreifen. Mit den neuen Maßnahmen will die Regierung nicht nur die Zahl der Angriffe reduzieren, sondern auch verhindern, dass das Vertrauen in den Krypto-Sektor weiter untergraben wird.
Ob der Ansatz ausreicht, muss sich noch zeigen. Klar ist jedoch, dass der Besitz von Kryptowährungen immer häufiger nicht nur digitale Risiken, sondern auch physische Gefahren mit sich bringt.
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