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Der Kurs von Bitcoin (BTC) ist in den vergangenen Wochen deutlich gefallen – nach Ansicht des Vermögensriesen Fidelity ist das jedoch eine gute Nachricht. Chefstratege Jurrien Timmer wertet den Rückgang als gesunde Bereinigung übermäßiger Spekulation. Er geht davon aus, dass die Korrektur letztlich den Weg für einen stärkeren und nachhaltigeren Markt frei macht.
Jurrien Timmer verweist darauf, dass Meme-Aktien, SPACs und Bitcoin derzeit unter Druck stehen. In einem aktuellen Beitrag auf X schreibt er: „Die Luft ist plötzlich raus bei den spekulativen Hochfliegern.“
SPACs sind börsennotierte Mantelgesellschaften, die über eine Fusion ein anderes Unternehmen an die Börse bringen. Sie gelten als spekulativ, weil Anleger im Vorfeld nicht wissen, in welches Unternehmen sie letztlich investieren.
Timmer ergänzt: „Ich würde sagen, dass das wahrscheinlich sogar gesund ist.“ Gemeint ist, dass der Kursrückgang hilft, überzogene Spekulationen aus dem Markt zu spülen. Dadurch werde die exzessive Spekulation bereinigt und der Boden für ein gesünderes, stabileres Wachstum auf lange Sicht bereitet.
Außerdem sind starke Schwankungen in Bullenmärkten völlig normal und kein Grund, sofort das Schlimmste zu befürchten. Bitcoin notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei 87.700 Dollar – gut dreißig Prozent unter dem Allzeithoch von Oktober, das bei über 126.000 Dollar lag.
In dem aktuellen Zyklus gab es bereits mehrere deutliche Korrekturen. So verlor Bitcoin im April, als die Spannungen rund um Trumps Handelskrieg zunahmen, fast dreißig Prozent vom lokalen Hoch. Auch ab März vergangenen Jahres setzte ein kräftiger Rückgang ein, der sich über mehrere Monate zu einem Verlust von rund 26 Prozent ausweitete.
Auch andere Experten bleiben zuversichtlich. Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, erkennt etwa Anzeichen einer Erholung der US-Liquidität. Seinen Angaben nach beendet die Federal Reserve (Fed) ab dem 1. Dezember den Abbau ihrer Bilanz (Quantitative Tightening), und die Kreditvergabe der Banken sei im November gestiegen. Das könnte sich positiv auf BTC auswirken, da mehr Liquidität im Finanzsystem häufig zu einer höheren Risikobereitschaft bei Anlegern führt – wovon historisch gesehen der gesamte Kryptomarkt profitiert.
Dennoch relativiert Hayes seinen Optimismus, denn er rechnet damit, dass Bitcoin vorerst unter 90.000 Dollar pendelt, möglicherweise mit einem letzten Rücksetzer in Richtung 80.000 Dollar. Er denkt darüber nach, „vielleicht ein paar kleine Positionen“ zu eröffnen, hält seine größeren Einsätze jedoch bis nach Neujahr zurück. Erst dann erwartet er, dass die „Bazooka“ wirklich zum Einsatz kommt.
Der niederländische Analyst Merlijn The Trader erkennt darüber hinaus Parallelen zu früheren Marktzyklen. Auf Basis seiner Chartanalysen stellt er fest, dass BTC ein ähnliches Muster zeigt wie 2021 – mit einem entscheidenden Unterschied: Der Bitcoin Kurs hält sich bislang über einer wichtigen Unterstützungszone um die 82.000 Dollar. Seiner Ansicht nach könnte ein Ausbruch über die aktuelle Abwärtstrendlinie zum Wendepunkt werden. In diesem Fall könnte die Stimmung laut Merlijn rasch von bearisch auf bullisch drehen.
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