Ein ehemaliger Ethereum (ETH)-Entwickler sorgt für Aufsehen, nachdem er ein internes Schreiben, das vor einem Jahr an die Führungsspitze der Ethereum Foundation gerichtet war, veröffentlicht hat. Darin äußert er Bedenken über Zentralisierung im Ökosystem, verursacht durch einen kleinen, einflussreichen Kreis um Mitgründer Vitalik Buterin.
Ethereum versagt laut Chefentwickler
Szilágyi äußert in seinem Brief scharfe Bedenken zu den Machtverhältnissen. Seiner Ansicht nach entscheidet ein kleiner, enger Kreis hinter den Kulissen, welche Projekte überleben – und Gründer Vitalik Buterin spielt dabei eine zentrale Rolle. In seinen Worten: “Ethereum mag dezentral erscheinen, doch die tatsächliche Macht liegt bei einer Handvoll Menschen, die Vitalik nahestehen.”
Péter Szilágyi gehörte zu den Kernentwicklern von Ethereum und war von 2015 bis 2025 am Projekt beteiligt. Er war jahrelang der technische Leiter des Geth-Clients, eines Softwareprogramms, mit dem Nutzer eine Verbindung zum Ethereum-Netzwerk herstellen. Geth gehört nach wie vor zu den meistgenutzten Clients im Ökosystem.
Nach Angaben des Entwicklers hat sich innerhalb von Ethereum eine informelle Elite gebildet. Neue Projekte richteten sich nicht mehr an die Öffentlichkeit, sondern an einen kleinen Kreis von Investoren und Beratern rund um Buterin. “Man muss nur die richtigen fünf bis zehn Leute überzeugen, dann ist man drin,” schreibt er. “Und diese Leute sind meist Freunde von Vitalik.”
Das interne Schreiben, verfasst am 22. Mai 2024, wurde erst kürzlich geteilt auf der Social-Media-Plattform X. Er schreibt, seine formale Rolle als Leiter innerhalb von Ethereum sei vor allem “Wahrnehmung” gewesen, tatsächlich sei er immer wieder mit mächtigen Figuren innerhalb der Foundation aneinandergeraten. “Immer wenn ich mich gegen Interessenkonflikte aussprach, kam eine Gegenattacke anderer prominenter Mitglieder. Und die Foundation schaut zu,” so Szilágyi.
Diese Zentralisierung widerspricht den Prinzipien, für die Ethereum ursprünglich gegründet wurde: Dezentralisierung. Außerdem prangert der Entwickler an, dass Mitarbeiter der Ethereum Foundation jahrelang stark unterbezahlt worden seien.
Ethereum plant großes Upgrade im November
Während sich Szilágyi aus der Entwicklungsarbeit zurückgezogen hat, wird am Netzwerk weiterhin intensiv gearbeitet. Das nächste große Upgrade ist geplant für November 2025 und trägt den Codenamen Fusaka.
Buterin nennt dieses Update “sicherer und skalierbarer denn je”. Mit der technischen Erneuerung will Ethereum vor allem die Performance von Layer-2 (L2)-Netzwerken verbessern. Das sind Skalierungsschichten auf Ethereum, etwa Arbitrum (ARB) und Base, die Transaktionen schneller und kostengünstiger abwickeln und zugleich von der Sicherheit des Hauptnetzwerks profitieren.
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