Laut dem amerikanischen CNBC prüfen immer mehr europäische Börsen die Möglichkeit, ihre Handelszeiten auf ein 24-Stunden-Modell zu erweitern.
Ziel ist es, private Anleger anzuziehen, in Anlehnung an das wachsende Interesse in den Vereinigten Staaten an Handel außerhalb der regulären Zeiten. Dieses Modell erinnert natürlich an den Kryptomarkt, wo Vermögenswerte rund um die Uhr handelbar sind.
Europäische Initiativen und Zurückhaltung
Cboe Europe, der größte Börsenbetreiber in Europa, verfolgt die Entwicklungen genau.
„Wir beobachten das wachsende Interesse in den USA an verlängerten Handelszeiten, während weltweite private Anleger versuchen, ihre Beteiligung an den europäischen Aktienmärkten zu entwickeln und zu skalieren,“
Sagte Alex Dalley von Cboe Europe. Das Mutterunternehmen, Cboe Global Markets, führte früher in diesem Jahr einen 24-Stunden-Dienst für amerikanische Aktien ein. Auch die London Stock Exchange Group (LSEG) untersucht die technologischen und regulatorischen Implikationen einer möglichen Erweiterung der Handelszeiten. Gleichzeitig geben andere europäische Börsen an, dass bisher wenig Nachfrage besteht.
„Da es keinen Konsens unter Marktteilnehmern sowohl auf der Kauf- als auch auf der Verkaufsseite und innerhalb von Branchenverbänden gibt, sieht Euronext derzeit keine Notwendigkeit, seine Handelszeiten zu überprüfen,“
So ließ ein Sprecher von Euronext wissen. Die Deutsche Börse schließt sich dem an: „Wenn es eine Nachfrage gäbe, würden wir die Handelszeiten verlängern. Aber die gibt es derzeit nicht.“
Privates Interesse im Mittelpunkt
Die Meinungen über den Nutzen einer 24/7-Regelung sind also geteilt und das europäische Spielfeld bleibt komplex. Es ist dabei wichtig zu erwähnen, dass die europäischen Handelszeiten jetzt bereits länger sind als irgendwo sonst auf der Welt. Dies könnte eine Rolle spielen. Analysten zufolge konzentriert sich die Diskussion darüber hinaus vor allem auf private Anleger, was für einige Börsen vielleicht keine Priorität ist.
„Dieser Schritt, noch in einer Anfangsphase, richtet sich vor allem an private Anleger, die über ihr Smartphone handeln, nicht an die liquiditätssensitiven institutionellen Riesen,“
Sagte Matt Britzman von Hargreaves Lansdown. Er warnt jedoch, dass Handel außerhalb der regulären Zeiten zusätzliche Risiken birgt, wie niedrigere Volumen und größere Kursschwankungen. Plattformen wie Robinhood spielen hierbei bereits eine aktive Rolle. CEO Vlad Tenev stellt fest:
„Kunden lieben es. Sie schätzen es, bereits am Sonntag handeln zu können, bevor der Markt öffnet.“
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